Von Bregrenz nach Meran

Lichtbildervortrag

Eine Veranstaltung der Senioren des TV Mengede im Heimathaus

Seine Wanderungen sind legendär und Pauschaltourismus hat ihn nie gereizt. Während sich seine Zeitgenossen sonnenbadend an Mallorcas Stränden vergnügten, schnürte Diethelm Textoris in den Ferien die Wanderschuhe. Und er hat nachgerechnet:

Eine Erdumrundung, das sind bekanntlich 40.000 Kilometer, hat er bereits im Laufe der Jahre „ertippelt“. Die Leser der ehemaligen Nord-West-Zeitung („Mengeder Zeitung“) mögen sich erinnern, denn schon zu damaliger Zeit berichtete er ausführlich über seine Wandererlebnisse, die ihn zunächst in seine nähere Umgebung, dann aber auch in die weite Welt führten.

Meran DSC_9467kSeine erste Alpenüberquerung auf dem europäischen Fernwanderweg E5 bewältigte er bereits 1975. Vor zwei Jahren überzeugte er seine Freunde Klemens und Theo, bei der Neuauflage ihn auf dieser eindrucksvollen Wanderung, die sie von Bregenz am Bodensee bis ins italienische Meran führen sollte, zu begleiten. Insgesamt 230 Kilometer, dazu pro Tag rund 800 Höhenmeter (also zusammen über 8000), die zu bewältigen waren, sind auch für geübte Wanderer eine gewisse Herausforderung, dennoch bewies das Trio (alle bereits über 60) eine gute Kondition.

In einem fast zweistündigen Lichtbildervortrag nahm Diethelm Textoris nun beim Senioren-Stammtisch des TV Mengede im Heimathaus Mengede die Teilnehmer/innen mit auf die Wanderstrecke, zeigte großartige Landschaftsaufnahmen, Bilder von Flora und Fauna und vergaß auch nicht, einige lustige Episoden zum Besten zu geben.

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So zum Beispiel, als er beim Talabstieg zum Mooserwirt eine ihn begleitende Horde Ziegen nicht abschütteln konnte oder die Anekdote von seiner ersten Alpenüberquerung 1975, als die Wirtin der wegen der Hochsaison überfüllten Memminger Hütte ihm den einzigen dort vorhandenen freien Schlafplatz „an ihrer Seite“ anbot, er dann aber doch die Übernachtung in der Besenkammer vorzog.

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Bedenklich dann aber auch seine fotografische Dokumentation über die massiven menschlichen Landschaftseingriffe, die allein kommerzielle Gründe haben. Am Beispiel des Rettenbachgletschers in der Nähe von Sölden, wo man breite Lastwagentrassen angelegt hat, um weitere neue Skigebiete zu erschließen, wurde die Verwüstung besonders deutlich.

Dass es auch anders geht, zeigten seine Fotos einer Seilhängebrücke, die die Höllentalschlucht überspannt und sich optisch hervorragend in die Landschaft eingliedert. Sie ist mit über 200 m Länge und über 100 m Höhe ein technisches Meisterwerk und in ihrer Art die größte in Österreich.

Meran 3 DSC_9495kRecht dünn wurde die Luft für die Wanderer auf der Strecke von der Braunschweiger Hütte nach Zwieselstein, wo sie durchweg 2800 m über dem Meeresspiegel unterwegs waren. Auf dieser Etappe erreichten sie am Rand des Pitztals schließlich mit rund 3000 m den höchsten Punkt ihrer Alpenüberquerung.

Übernachtet wurde überwiegend in den bewirtschafteten Hütten des Alpenvereins, da dort trotz zeitweiliger saisonaler Überfüllung (s. oben) niemand abgewiesen wird. „Der Weg ist das Ziel“, dieses Motto galt auch für diese Unternehmung.

meran 6nsmail-5Meran, als Endstation, war dann schließlich für die inzwischen naturverwöhnten Bergwanderer viel zu viel Stadt.

Jutta Sperrmann bedankte sich im Namen des Seniorenbeirats des TV Mengede beim Referenten und verband ihren Dank mit der Hoffnung, dass Diethelm Textoris zu gegebener Zeit weitere Wandererlebnisse präsentieren möge.

Einen ausführlichen Bericht von der Tour mit Unterkunftshinweisen finden Sie hier:  http://www.wandern-mit-tex.de/bregenz_meran_e5.html

 

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