Muss das sein?

Schmälter Carl-Wilhelm

Cawi Schmälter

Stromsparen mit den Geissens

Ihre Fans werden begeistert sein: Carmen und Rooobert, („die Geissens“), neureiche Proll-Millionäre, werben fürs Stromsparen. Behangen mit Glitzerschmuck, in der Hand ein Glas Schampus, in Fläz-Liegestellung vor einem mit Kitsch-Putten verzierten Swimmingpool, fabulieren sie in einem TV-Clip über ihren Bedarf an elektrischer Energie. Ein Fingerschnipser Roberts, und die gesamte Haus- und Gartenbeleuchtung flammt auf. Dazu seine Belehrung, je mehr Strom man verbrauche, desto mehr könne man dank des günstigen Anbieters sparen, denn so ein Häuschen (gemeint ist ihre Villa im Hintergrund) koste Geld.

Witzig? Nur im ersten Moment. Dann denkt man an die endlichen Gas- Öl- und Kohle-Reserven, die noch immer zur Erzeugung von Primär-Energie verfeuert werden, an die Energiewende und die dazu notwendige Abschaltung von Atomkraftwerken.

Glaubt man den Wissenschaftlern, sind die globalen Vorräte in wenigen Jahrzehnten verbraucht. Alles wird getan, um beim Energie-Sparen voran zu kommen: elektrische Geräte dürfen nur noch stromreduziert verkauft werden, Glühlampen alter Bauart stehen auf dem Index und es wird sogar erwogen, für alte Kühlschränke und Heizgeräte Abwrackprämien auszuloben.

Der Anteil der erneuerbaren Energie wird steigen, doch so viel Wind wird zukünftig gar nicht wehen können, damit eine Stromverschwendung, wie von Familie Geiss vorgeführt, nachahmenswert ist. Werbekampagnen, die zur Ressourcenverschwendung aufrufen, sind zutiefst zu verachten.

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