Qualität ist nicht umsonst zu haben

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Kita-Streik

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Qualität ist nicht umsonst zu haben –

Zum Streik der Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas

Heute bleiben viele Kitas geschlossen. Die Erzieherinnen und Erzieher streiken – häufig zum Ärger der Eltern, Großeltern und all derFamilienangehörigen, die sich mit der Betreuung ihrer Nachkommen befassen müssen. Da liegt die Frage nahe: Warum gehen all diese Menschen nicht ebenfalls auf die Straße und demonstrieren für eine bessere Betreuung in den Kitas?

Lieber ärgern sie sich – ist ja auch schön einfach – und überlassen den Streik anderen.
Dabei ist allen, die sich mit der Materie befassen, das sind die Träger der Kitas, die Ausbildungseinrichtungen, die Länderministerien und natürlich auch die Eltern, schon längst klar, dass es – neben einer faktischen Unterbezahlung – zwei erhebliche Defizite gibt, um die es hier geht: Ein zahlenmäßiges und ein inhaltliches.
Das zahlenmäßige Defizit betrifft die Betreuungssituation. Es gibt eine erhebliche Differenz zwischen den Betreuungsschlüsseln und der Betreuungsrealität. Das spüren die Erzieherinnen und Erzieher jeden Tag und die Eltern wissen es und nehmen es hin – missmutig zwar, aber ohne großes Murren.

Das inhaltliche Defizit betrifft die Qualität und hat damit zu tun, das Kitas heute nicht nur Fertigkeiten und Kenntnisse im Basteln, Malen, Singen und Beten vermitteln. Für alles, was im späteren Leben von Bedeutung sein könnte, soll nach den Wünschen der Eltern die Grundlage geschaffen werden. Diese Vorstellung ist nicht grundlegend falsch, aber kostenneutral nicht zu schaffen. So wird seit langem diskutiert – bisher ohne sichtbares Ergebnis – an den Fachhochschulen für die künftigen Erzieherinnen und Erzieher einen entsprechenden Studiengang einzurichten. Das kostet Geld, es fehlt den Fachhochschulen und müsste vom Land bereitgestellt werden und es würde teurer für die Arbeitgeber. Die wollen schon die jetzt geforderten Lohnerhöhungen nicht zahlen. Allein die Kommunen müssten pro Jahr bis zu einer halben Milliarde Euro ausgeben, warnt vorsorglich der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber – nennt aber vorsichthalber nicht die Bezugsgröße. Zugleich holt er den Knüppel aus dem Sack: „Das könnte dazu führen, dass die Eltern am Ende höhere Beiträge zahlen müssten.“

Streik Kita 3

Das Team Familizentrum Breisenbachstraße beim heutigen (27.3.2015) Streik.

Eltern und Großeltern wissen das alles und müssten sich daher eigentlich mit den Erzieherinnen und Erziehern solidarisieren und massenhaft auf die Straße gehen, um den Druck auf die Politik zu erhöhen. Es passiert leider nicht.

Aber es ist ja noch Zeit, denn kaum jemand rechnet mit einer schnellen Einigung in den anstehenden Verhandlungsrunden zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften.

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