Zehnjähriges Jubiläum für das Festival westfälischer Kammermusikpflege auf Schloss Cappenberg

Beim 10. Musikfestival Schloss Cappenberg präsentiert die künstlerische Leiterin Mirijam Contzen kammermusikalische Kleinode mit 18 ????????????????????????????????????internationalen Spitzenvirtuosen

Die kulturelle Bedeutung des ehemaligen Prämonstratenserstifts Schloss Cappenberg aus dem 12. Jahrhundert kommt in vielfältiger Hinsicht zum Ausdruck. Die imposante Schlossanlage mit ihrem inzwischen wieder zugänglichen Aussichtsturm mit Blick über die Lippeauen auf das östliche Ruhrgebiet von Hamm bis nach Dortmund, ist immer wieder einen Besuch wert. Auch mit dem Fahrrad lässt es sich gut erreichen. Kunstinteressierte finden hier wechselnde Ausstellungen der Kreisverwaltung Unna, Geschichtsinteressierte die Dauerausstellung über das Leben und Wirken des Freiherrn vom Stein.

Ein kulturelles Ereignis der besonderen Art ist das jährlich stattfindende Musikfestival, das in diesem Jahr sein 10jähriges Jubiläum feiert. Weit über die regionalen Grenzen hinaus setzt das Cappenberger Musikfestival als Leuchtturm der Kultur weiterhin zuverlässig »kammermusikalische Glanzlichter« (Ruhr Nachrichten 2010) und bereitet den Besuchern »Tage voller Klang und Schönheit« (WAZ 2012). »Wir möchten das Jubiläum 2015 zum Anlass nehmen, besondere musikalische Momente der letzten zehn Jahre nochmal neu zu erleben. So werden in den acht Konzerten immer wieder Werke erklingen, die uns ganz besonders in Erinnerung geblieben sind«, erläutert Festivalgründerin und musikalische Leiterin Mirijam Contzen das diesjährige Programmkonzept.

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Konzert mit Miriam Contzen – Mitte –

So wird das Mozart’sche Klavierquartett g-Moll KV 478 wie schon 2005 das Festival am 15. Juni im Schlosstheater eröffnen – und das sinnträchtigerweise u. a. mit Herbert Schuch (Klavier), Peter Hörr (Violoncello) und Mirijam Contzen (Violine), die als Musiker der ersten Stunde bereits damals mitwirkten. Es spricht für den Anspruch, den Erfolg und die singuläre Atmosphäre dieser münsterländischen Musiktradition, dass sich über die Jahre hinweg eine regelrechte »Cappenberger Festivalfamilie« zusammengefunden hat, deren Mitglieder das gemeinsame Musizieren nicht mehr missen wollen, darunter Konstantin Heidrich (Violoncello), Florian Uhlig (Klavier), Giovanni Guzzo (Violine) oder Latica Honda-Rosenberg (Violine), die auch 2015 wieder mitwirken werden.

Aber natürlich sei personell auch für frische junge Impulse gesorgt, so Contzen: »Wir freuen uns auf erste Begegnungen mit der englischen Klarinettistin Fiona Cross, der amerikanischen Geigerin Nora Chastain und der englischen Cellistin Hannah Roberts. Auch zum ersten Mal wird der peruanische Gitarrist Juan Carlos Arancibia zu erleben sein, mit dem wir u. a. das ›Fandango‹-Gitarrenquintett von Luigi Boccherini spielen werden. Mit der Mezzosopranistin Anna Lapkovskaja wird er zudem einige Lieder aus dem spanischen Repertoire in der Stiftskirche zu Gehör bringen.«

Erstmals erklingen in der Cappenberger Festivalgeschichte 2015 außerdem das Streichtrio von Gideon Klein aus dem Jahre 1944 (21.6.), die einzigen Streichquartette von Maurice Ravel (19.6.) und Giuseppe Verdi (20.6.) sowie das Streichquintett op. 111 von Johannes Brahms (17.6.). Und auch sonst sind Abwechslung und so manche Repertoireüberraschung garantiert, sagt die Festivalleiterin: »In unserem Samstagabend-Konzert spielen wir selten zu hörende Werke von großen italienischen Komponisten wie Verdi, Puccini und Busoni. Und in der sich anschließenden Late Night im Gelben Saal werden unsere Musiker unter dem Motto ›Viva Italia‹ wieder in ganz entspannter Atmosphäre italienische Volksmusik und ›Opernschlager‹ präsentieren.« Die jüngeren Besucher dürfen sich zudem am Folgetag (21.6.) auf ein moderiertes Kinderkonzert »Ferdinand der Stier« freuen.

Das durchdachte Konzept des Musikfestivals Schloss Cappenberg hat sich durch die Verbindung mit dem einzigartigen historischen Ort über das letzte Jahrzehnt ein Alleinstellungsmerkmal erworben, schreibt zugleich aber auch lokale Musikgeschichte fort, wie der Gastgeber Sebastian Graf von Kanitz anmerkt: „Schon zu Zeiten meiner Großeltern musizierten namhafte Musiker wie Wilhelm Furtwängler, Edwin Fischer, Arthur Grumiaux und auch das Strub Quartett sowohl in Cappenberg als auch in Nassau (an der Lahn) und bereiteten sich auf ihre Konzerte vor. Gerne stellen wir auch in diesem Jahr das Schlosstheater mit seiner besonderen Akustik und den Freiherr-vom-Stein-Saal für die Kammermusik zur Verfügung … Wir heißen unser vielseitig musikinteressiertes Publikum herzlich willkommen!“
Quelle: Pressemitteilung Veranstalter

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Miriam Contzen

Das Festival findet vom 15. Bis 21. Juni 2015 statt. Der Vorverkauf läuft seit dem 24. April. Karten können unter der Ticket-Hotline 0180/6050400 oder online unter www.musikfestival-schloss-cappenberg.de erworben werden. Programmdetails unter: www.musikfestival-schloss-cappenberg.de.

Frage von Diethelm Textoris an Mirijam Contzen

„Was ist für Sie als künstlerische Leiterin das Besondere am „Musikfestival Schloss Cappenberg“?
„Das ist auf der einen Seite das herausragende musikalische Programm. Von ganz besonderer Bedeutung ist für mich die Zusammenarbeit mit dem Team, das sich hier versammelt. Das sind nicht nur die Künstlerkollegen auf der Bühne, das sind auch die vielen Helfer im Hintergrund, die mit Engagement für die Sache ehrenamtlich tätig sind. Und es ist das phantastische Publikum mit einer ungeheuren Begeisterungsfähigkeit. Während des gesamten Festivals befinde ich mich in einer Hochstimmung, also emotional auf einem ganz hohen Level. Wir haben auch immer ein Kinderkonzert dabei. Es ist eine wahre Freude, zu sehen, wie die Kinder dabei sind. Vor allem, weil wir keine Verflachung vornehmen, sondern die jungen Leute mit einem anspruchsvollen Programm fordern.“ *
*In diesem Jahr wird für die Kinder „Ferdinand der Stier“ für Violine und Sprecher
nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Munro Leaf mit der Musik von Alan Ridout aufgeführt.
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Blick vom Turm Schloss Cappenberg

Fotos: Diethelm Textoris

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