Auf der Suche nach dem grünen Daumen führt kein Weg am Rombergpark vorbei

Auf 65 Hektar können Dortmunder viele Ideen für den eigenen Garten entdecken

 

Dieser Ginkgo in Torhaus-Nähe gehört zur Sorte 'Tremonia'.

Dieser Ginkgo in Torhaus-Nähe gehört zur Sorte ‘Tremonia’.

Auf die Frage “wie mache ich meinen Garten schöner” finden Dortmunder leicht eine Antwort. Ideen und Know-how sind an mehreren Orten ihrer Stadt öffentlich zugänglich. Der wichtigste unter ihnen ist der Botanische Garten Rombergpark (BGR). Hervorgegangen aus einem englischen Landschaftspark des frühen 19. Jahrhunderts, gehört er mit 65 Hektar Fläche zu den größten waldartigen Gehölzsammlungen Europas und ist unter Dendrologen (Gehölzkundlern) weltweit bekannt. Bei freiem Eintritt ist Erholung kostenlos, erste Inspiration für das eigene grüne Wohnzimmer inbegriffen. Daneben lockt die Einrichtung mit Seminaren, Führungen und anderen Veranstaltungen zu Natur- und Umweltthemen.

Neben den Angeboten für alle Bürger ermöglicht der Rombergpark es seit Jahrzehnten den Schulen der Stadt, Jungen und Mädchen Biologie in der Praxis nahe zu bringen. Der ab 1975 tätige Leiter Dr. Otto Bünemann begründete das erste schulbiologische Zentrum Nordrhein-Westfalens. Rund 13.500 Kinder und Jugendliche profitieren alljährlich vom außerschulischen Unterricht. In diesem Jahr wurde der alte, in die Jahre gekommene Schulbau durch ein größeres, heutigen Ansprüchen besser genügendes Haus ersetzt. Der neue Name ist Programm: Das „Bildungsforum für Schule, Natur und Umwelt“ bietet auch Raum für Fachtagungen, Seminare und Vorträge. Dr. Patrick Knopf, Chef des Botanischen Gartens seit 2014, hat darin mit anderen Mitarbeitern ein modernes Büro beziehen können. Neben der Verwaltung wurden Vereinen, die ehrenamtlich Projekte im Park betreuen, ebenfalls Räume zur Verfügung gestellt.

Historischer Ort mit zunehmender Ausdehnung und Bedeutung

Das Staudenbeet im englischen Stil, gestaltet von der Dortmunder Gesellschaft der Srtaudenfreunde.

Das Staudenbeet im englischen Stil, gestaltet von der Dortmunder Gesellschaft der Srtaudenfreunde.

Dem aus dem historischen Schlosspark der Familie von Romberg entstandenen Botanischen Garten wurden seit dem Erwerb durch die Stadt 1926 weitere Flächen hinzugefügt. Der erste Gartendirektor Richard Nose ergänzte den vorhandenen Baumbestand mit einem botanischen Wald und einem vier Hektar großen Arboretum, das seinen Namen trägt. Durch den 2. Weltkrieg wurde das Schloss zerstört; das Torhaus blieb erhalten und dient heute als Raum für Kunstausstellungen.

1951 setzte mit Gerd Krüssmann ein weiterer engagierter Dendrologe die Arbeit Noses fort, erweiterte die Fläche auf 55 Hektar, ergänzte die Sammlung und begann mit der Sichtung von Ziergehölzen. Er baute im Rombergpark das Deutsche Rosarium auf, das später in den Westfalenpark umzog. Außerdem entstanden in seiner Amtszeit die Pflanzenschauhäuser unter Glas. Als Autor verschiedener dendrologischer Bücher ist Krüssmann bis auf den heutigen Tag in Fachkreisen bekannt.

Dr. Bünemann schuf ab 1975 einen giftfreien Park, fügte ökologische Flächen wie das Pferdebachtal und das Heide-Moorgebiet hinzu, verlegte den Lehrbienenstand und den Heilkräutergarten. Er gab der Einrichtung den noch heute gültigen Namen, die Dreierkombination „Botanischer Garten Rombergpark“. Neben dem Einsatz für die Schulbiologie pflegte die Leitung in den 70er Jahren bereits den Kontakt zu verschiedenen Vereinen wie der Kakteengesellschaft, dem Freundeskreis Deutsches Rosarium und dem Verein der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Rombergpark.

Ehrenamtliche Unterstützung ermöglicht anspruchsvolle Projekte

Heribert Reif, der ab 1995 die Leiterstelle übernahm, hatte den Kontakt zu Letzteren bereits seit 1975 neu belebt. Die Erkenntnis, dass ehrenamtliches Engagement nützlich für den Erhalt des Parks sein könne, erwies sich in den folgenden Jahren als richtige Entscheidung. Auch in Zeiten schwieriger städtischer Kassenlage gelang es mit Unterstützung gemeinnütziger Vereine, neue Gartenbereiche zu schaffen und anspruchsvolle Projekte zu stemmen wie das Staudenborder im englischen Stil und den Loki-Schmidt-Garten für bedrohte Pflanzen. Zudem verhalfen Veranstaltungen wie Kräuter- und Heidemarkt sowie „Kastanie & Co.“ dem BGR zu weiterer Popularität und hohen Besucherzahlen.

Neben Bürgern der näheren Umgebung zieht das seit 2006 denkmalgeschützte grüne Juwel der Westfalenmetropole auch Publikum aus anderen Bundesländern (und dem Ausland) an. Der Sitz der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft ist gleichzeitig Veranstaltungsort der „Dortmunder Dendrologentage“.

Das komplette Programm des Botanischen Gartens steht auf der städtischen Webseite: www.dortmund.de als PDF-Datei zum Download bereit.

Fotos: M. Zybon-Biermann

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