Arme Kirche – Ev. Noah-Gemeinde schrumpft und mauert

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Im aktuellen Gemeindebrief (März-Mai 2016) der evangelischen Noah-Kirchengemeinde Dortmund wird bereits im Editorial auf Seite 2 das gemeinsame Miteinander als Leitgedanke herausgestellt. In dem bisher wahrzunehmenden Handeln der Kirchenverantwortlichen ist man davon offensichtlich meilenweit entfernt.

Wie anders ist es zu erklären, dass – bis auf einer völlig missglückten Informationsveranstaltung im Mengeder Saalbau – immer noch keine Einzelheiten zur beabsichtigten Schließung und Veräußerung der Gemeindeimmobilien in Oestrich und Nette bekannt gegeben worden sind? Was soll man davon halten, dass die neugewählten Presbyter zum Schweigen gegenüber besorgten Gemeindegliedern aufgefordert werden, so, als handele es sich nicht um einen in demokratischer Abstimmung gewählten Kirchenvorstand sondern um einem Geheimbund mit mafiösen Strukturen? Warum nimmt man nicht zur Kenntnis, dass immer mehr Menschen in den betroffenen Gemeindebereichen mit Fassungslosigkeit und Empörung auf die einzig und allein aus finanziellen Erwägungen geplanten Veränderungen reagieren?

Der selbstverordnete Handlungs-Leitfaden der Kirchenverantwortlichen ist offenkundig: Aussitzen! Pfarrer Ernst-Eduard Lambeck vom Amt für missionarische Dienste, den man als professionellen Moderator für den katastrophalen Info-Abend im Saalbau verpflichtet hatte, bringt es in einer Power-Point-Präsentation mit dem Titel: Weiterentwicklung und Transformation kirchlicher Gebäude (nachzulesen im Internet) auf den Punkt: In einer sich abflachenden Erregungskurve skizziert er auf einem Zeitstrahl die erwartbaren menschlichen Emotionen über Schock, Schreck , Ärger und Trauer hin zur Akzeptanz und verspricht vollmundig am Ende des Prozesses Enthusiasmus.

Wenn er sich dabei mal nicht verrechnet hat! Allein in Nette sind es bereits fast 1000 Protest-Unterschriften, obwohl bisher lediglich in den beiden örtlichen Apotheken entsprechende Listen ausliegen. Und sicher wird die Zahl der Widerständler noch um einiges anwachsen, wenn erst alle Netter Haushalte die Briefe des Arbeitskreises, der sich gegen die Kirchen-Schließung formiert hat, in Händen hält.

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Sogar die örtlichen Politiker treibt die Sorge um, dass mit dem Fallen des Kirchturms schlechthin die den Ortsteil Nette prägende, denkmalwürdige Landmarke verschwinden könnte. Eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung wurde in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung auf den Weg gebracht.

Unter dem Titel: „Netter singen und musizieren für Nette“ findet am Sonntag, dem 29. Mai 2016 ab 17:00 Uhr im Gemeindehaus Nette ein Konzert statt, zu dem alle Menschen eingeladen sind, denen der Erhalt des Netter Gemeindezentrums am Herzen liegt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Als Mitwirkende haben zugesagt: Der Kirchenchor Nette, der Musikverein Mengede, Christoph Greven am Keyboard, Friederike Mönninghoff, Anna Pappert, Rainer Lösbrock, Werner Mühlbrodt, die Jugendband Nette und Katharina Böseler.

Seit etwa 1700 Jahren feiern die Christen das Pfingstfest. Es bleibt zu hoffen, dass die Kraft des Heiligen Geistes auch seine irdischen Verkündiger erreicht und sie daran erinnert, dass ein gemeinsames Miteinander nur gelingen kann, wenn Offenheit und Ehrlichkeit Maxime ihrer zugegeben mühsamen Aufgaben sind.

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