Kinder sind ein Geschenk,…

…aber ein Wellness-Gutschein hätt’s auch getan!

Was als Lesung angekündigt war, war mehr: Kabarett, Comedy, Sitcom, Satire, Ironie und immer wieder auch tiefere Bedeutung. Ach ja, ein wenig Lesung war auch dabei.

Sabine Bode, Journalistin, Comedy Autorin, Coolibri-Redakteurin, Hörfunk- und Fernsehmitarbeiterin, stellte am Donnerstagabend in der „Buchhandlung am Amtshaus“ ihr Buch „Kinder sind ein Geschenk, aber ein Wellness-Gutschein hätt’s auch getan!“ vor. Das nahm sie zum Anlass, um dem Publikum, in der paritätischen Besetzung von 5 Männern und 55 Frauen, und, wie man merken konnte, auch sich selbst, einen unterhaltsamen Abend zu bereiten.

Im Mittelpunkt stand, wie der Titel der Veranstaltung vermuten ließ, die Betrachtung der Eltern-Kind-Beziehung durch die satirische Brille. Doch hin und wieder machte die Akteurin auch Ausflüge in andere Lebensbereiche und Beziehungsrelationen.
Sie begann ihren Vortrag mit zwei Worten, die sie schon immer loswerden wollte: „Hallo Mengede“. Danach kam der Schulterschluss aller Zuhörer mit Handhalten und der gegenseitigen Versicherung: „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb.“

 

Damit alle wussten, wovon geredet wurde: „Was ist ein Kind?“

Antwort: „Ein Geräusch mit Schmutzrand.“ Und woher nehmen Frauen das Motiv, sich auf eine Schwangerschaft einzulassen? Sie bietet die einmalige Chance, in 1,5 Stunden etwa 8 Kilogramm abzunehmen. Danach nahm Sabine Bode die exotische Namensgebung vieler Kinder durch ihre Eltern aufs Korn. Beim Mengeder Standesamt will sie die seltensten der letzten Zeit erfragt haben: Liberty Linn, Destiny, Sidney Savanna, Channel, und auch, für einen späteren Vorstandsvorsitzenden besonders geeignet: Peterle. Den Namen von Sarah Connors am Vortag geborenen vierten Kind ließ sie auf der Zunge zergehen: Jax Llewyn.

Aus der Kinderliteratur stellte sie die „Conni-Bücher“ als absolut abschreckendes Beispiel heraus und zog dann doch eher Pippi Langstrumpf vor, vielleicht etwas angepasst an die heutige Lebenssituation.
Köstlich war die Beschreibung der Einkaufstour mit ihrer sehr eigenwilligen Mutter als Kommentare abgebendende Beifahrerin im Auto. Sie zeigte, wie einzelne Berufsgruppen in Anwendung ihrer berufsbezogenen Sprache Kinder zum Aufräumen animieren können, von der Waldorf-Lehrerin über den Beamten bis zum Fußballer. Sie beantwortete auch die Frage, warum immer mehr Frauen zur späten Schwangerschaft neigen: „Der Körper ist dann eh schon im Eimer.“

Sie brachte die Zitate aus dem Kindermund: „Mama mäht sich immer die Haare unter den Achseln.“ „Weil wir renovieren, haben wir die Stricher im Haus.“ „Ich bin nicht getauft, dafür aber geimpft.“ Zum Schluss relativierte sie ihre Aussage „Ein Wellness-Gutschein hätte es auch getan“, mit der Beschreibung der Torturen, die man bei dessen Einlösung erleben kann.

Aus dem Publikum waren nur positive Kommentare zu hören: „Ein wirklich gelungener Abend.“ „Witzig.“ „Lustig und geistvoll.“ Zufrieden war auch Veranstalter Michael Nau: „Noch nie war eine Lesung so schnell ausverkauft wie diese. Innerhalb weniger Stunden waren die Karten weg. Und wenn ich mich so umsehe, die Veranstaltung hat den Leuten gefallen.“

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