Am Heinrich-Heine-Gymnasium aktiv – die Schülervertretung

Mit großem Elan die Schüler/innen-Interessen vertreten

Themen, die (Schul-)Kinder und Jugendliche in unserem Stadtbezirk betreffen, werden von MENGEDE:InTakt! schwerpunktmäßig behandelt. Perspektiven nach der Schulzeit haben wir in unserer Reihe: „Mit viel Optimismus die Zukunft gestalten“ – zuletzt veröffentlicht am 13.02. diese Jahres – begleitet.

Heute widmen wir uns am Beispiel der Schülervertretung des Heinrich-Heine-Gymnasiums den Möglichkeiten, die sich für Schüler/innen während der Schulzeit im Sinne der Wahrnehmung ihrer Interessen ergeben. Im NRW-Schulgesetz und im begleitenden SV-Erlass sind die Rechte der Schülervertretung geregelt. „Die SV vertritt im Rahmen des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule die Rechte der Schülerinnen und Schüler, fördert und nimmt deren Interessen wahr und wirkt dadurch bei der Gestaltung des schulischen Lebens mit“, heißt es im verklausulierten Juristen-Deutsch im § 1. Formal existierende Rechte sind das eine – doch wie sieht deren Anwendung in der Praxis aus?

v.l. René, Meret, Celine, Nele

Aushang am „schwarzen Brett“

Ein Grund, einmal hinter die Kulissen der SV-Arbeit am Heinrich-Heine-Gymnasium zu blicken. Im Gespräch mit den 4 Schülervertreter/innen Meret, René, Celine und Nele erhielt MENGEDE:InTakt! einen näheren Einblick über das Engagement der HHG-SV. Können am HHG Schülerinteressen wirksam vertreten werden? Die Antwort war eine klares Ja! Da lassen sie sich auch nicht von dem mittlerweile antiquierten SV-Erlass aus dem Jahre 1979 einengen. Optimistisch und mit viel Elan wollen sie für ihre Sache eintreten.

Die SV am HHG besteht aus 11 Mitgliedern mit ihrem Sprecher Marvin Schell. Sie alle sind Schüler/innen der Stufen 9-12 (siehe Foto). Die Beweggründe, für die SV zu kandidieren und sich damit für die Interessen ihrer Mitschüler einzusetzen, sind unterschiedlich. „Eine ganze Zeit war überhaupt kein Mädchen Mitglied der SV. Damit war keine Stimme für Ideen existent, die Mädchen einbringen können“, beklagt Meret das Manko. Für René, der sich als politisch interessiert bezeichnet, war es eine Herzensangelegenheit, sich in der SV zu engagieren. Celine und Nele sind seit 6 Monaten dabei. Sie besuchen zurzeit die Stufe 10 und fungieren gleichzeitig als Paten der 5. Klässler. Damit ist auch der Bogen gespannt zu den jüngsten Schüler/innen, die sich noch nicht trauen, aktiv mit den „Großen“ mitzumachen aber immerhin ihre Paten als „Sprachrohre“ einspannen können.

Da sind wir auch schon bei den Vorteilen, die eine aktive SV für die anderen Schüler/innen bieten kann: deren Ideen werden aufgegriffen, ihre Probleme besprochen und Lösungsvorschläge erarbeitet, auch von Projekten können viele profitieren – um nur einige zu nennen.

Beispiel-Design: HHG-T-Shirt

Farbaktion: „Bunt statt Braun“

„Aber leider kann man nicht jedem alles Recht machen“, merkt René kritisch an. „Da bilden sich in einzelnen Klassen „Wortführer“ heraus, die pauschale Kritik üben“, ergänzt Meret. Vorwürfe wie: „Ihr macht ja nichts!“ werden unreflektiert hinausposaunt und nagen manchmal an der Motivation. „Doch davon lassen wir uns nicht unterkriegen“, war die einhellige Reaktion von Celine und Nele. Schließlich blicken sie auf die sehr erfolgreiche Farbaktion „Bunt statt Braun“ zurück und unterstrichen damit das Motto des HHG: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Aktuell veranstaltete die SV Ende Januar einen „Flohmarkt unter dem Dach“ (wir berichteten). Zurzeit läuft der Verkauf von T-Shirts und Turnbeuteln, deren Designs auf den Vorschlägen der HHG-Schüler/innen beruhen. Bei allen Artikeln wurde auf eine qualitativ hochwertige sowie auf FairTrade und Bio Ware wert gelegt*. Wenn viel Schüler/innen diese Artikel kaufen, wird deren emotionale Verbundenheit mit der Schulgemeinschaft gestärkt.

Mit diesem Selbstbewusstsein, das die SV-Mitglieder aus diesen Erfolgserlebnissen tanken, können sie dann auch in Schulkonferenzen, zu denen sie Zutrittsrechte genießen, offensiv die Schülerinteressen artikulieren. In dem Zusammenhang wird auch die Unterstützung durch die SV-Lehrerin Frau Dullat und des SV-Lehrers Herrn Torka gelobt.

Zum aktuellen Thema „Zurück zu G9“ befragt, ergibt sich ein 2 zu 2 Unentschieden. René und Celine kennen nur G8 und befürchten, die Rückkehr zu G9 führt in der gewonnenen Zeit zu zusätzlichen Lehrinhalten. Meret, die bereits im Alter von 17 Jahren ihr Abitur bestehen wird, und Nele befürchten – je nach Alter der Einschulung – einen (zu) frühen Eintritt in das Studenten- bzw. Arbeitsleben.

Bei MENGEDE:Intakt! entstand der Eindruck: Sie wissen was sie tun! Dabei wünschen wir ihnen bei Ihrem Engagement im Sinne aller HHG-Schüler/innen viel Erfolg.

*Die Turnbeutel kosten 8 €. Die Shirts je 12 € bzw. 14 €. Turnbeutel und Shirt gibt es aber auch im Sparpaket für 18 € bzw. 20 €.
Hinweis: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken.
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