Schüler/innen am HHG: So geht „Nordwärts“ richtig!

Frischer Wind für das Nordwärts-Projekt

Ein Kommentar

Willst du eine bessere Zukunft? Dann höre auf deine Kinder. Auf der Nordwärts-Veranstaltung im PZ des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) zum sperrigen Thema „Probleme und Strategien einer zukunftsorientierten Stadtteilentwicklung – am Beispiel von Nahversorgung und Nebenzentren“ hatten zwar nicht die Kinder, sondern sieben Schüler/innen das Wort.

Sie gehören zum aktuellen Abitur-Jahrgang des HHG und präsentierten im Rahmen eines Erdkunde-Projektes ihre Arbeitsergebnisse. Beschwörend stimmte zunächst Axel Torka, der projektbegleitende Fachlehrer, die Besucher mit den Worten ein: „Hören Sie auf das, was die Schüler vorschlagen, sie haben gute Ideen und eine andere Sichtweise“, verbunden mit dem Hinweis, es dürfe nicht Jahre bis zur Umsetzung der gemachten Vorschläge dauern. Was dann folgte, dürfte die Anwesenden aus Politik, Verwaltung, Stadtbezirksmarketing und NRW-Bank erfreut haben.

Die Präsentation – inhaltlich gegliedert nach Bestandsaufnahme und Bedarfe in unserem Stadtbezirk – ergab spannende  Ideen für die Verbesserung der „Gebietskulisse“ unseres Stadtbezirks (wie es im „Nordwärts-Sprech“ gerne genannt wird). Der Vortrag zeigte Missstände auf und – orientiert am Machbaren – die dazugehörigen Lösungsvorschläge. Da fehlt z.B. ein Zebrastreifen auf der Bodelschwingher Straße zwischen den Supermärkten. Leerstände auf der Wodan- und Ammerstraße in Nette könnten mit einem Umsonst-Laden und einem Bürger-Café gefüllt werden. In Mengede – obwohl dort nach der Sanierung des Stadtteilzentrums der geringste Nachholbedarf besteht – fehlt es an einem Kultur-Café als Treffpunkt für Jugendliche.

All das und auch die Beseitigung identifizierter Mängel in der Aufenthaltsqualität durch Vermüllung, unzureichende Beleuchtung, fehlende freundliche Farbgestaltungen könnte mit relativ geringem Finanzaufwand umgesetzt werden. Oder der Vorschlag mit dem größten Zuspruch der Anwesenden: Ersatz des „Gummiplatzes“ zwischen Schulhof und Aschenplatz des FC Nette durch einen Mitmachgarten, der den Schulen und den Bewohnern der angrenzenden Hochhaussiedlung zur Nutzung angeboten werden könnte.

Anwesende Lokalpolitiker, allen voran der Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch, sehen sich in der Bezirksvertretung angesichts der von den Schüler/innen gemachten Vorschläge gut aufgestellt und haben sie schon auf der Agenda. Das hört sich an wie das Pfeifen im Walde. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

Man hört immer wieder: „Am Geld soll es nicht scheitern.“ Ein Quartierskümmerer, der übrigens im Nordwärts-Projekt längst eingesetzt sein sollte, könnte bereits zur Beseitigung der aufgezeigten Missstände beigetragen haben. Doch ist ein Quartierskümmerer in Sicht – oder nicht verfügbar, gar doch zu teuer?

Leider scheitern selbst preiswerte Lösungen genau daran. Auch ein Zebrastreifen, ein Mitmachgarten oder viele der übrigen Vorschläge werden die Bilanzen von NRW-Bank und Stadtkasse vermutlich nicht zu sehr strapazieren.

Bleibt zu hoffen, dass die zugesagte Mitmachbereitschaft der Schüler/innen, die sich zunächst um ihr Abitur kümmern müssen, bei der Umsetzung ihrer Vorschläge tatsächlich erfolgt. Allerdings: Allein die Schüler können es nicht richten. Sie sind auf die Unterstützung von Politik und Wirtschaft angewiesen.

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