Arme Noah Gemeinde – die Zukunft des Gemeindezentrums Nette

Büttenrede zu Noah

Trotz aller Beschwichtigungsversuche der Verantwortlichen der Noah-Gemeinde wächst in den beiden Frauenhilfsvereinen der evangelischen Kirche in Nette die Sorge um den Verlust ihrer Versammlungsstätte. Während der vermutlich letzten Karnevalsfeier in den ihnen vertrauten Räumen war der Presbyteriumsbeschluss , die Kirche zu entwidmen und im schlimmsten Fall sogar abzubrechen, das wichtigste Gesprächsthema.

Die bereits 88jährige Gerda Lang hatte eigens zu diesem Zweck eine nachdenkliche Büttenrede vorgetragen, die von den anwesenden Damen mit viel Beifall bedacht wurde. (CWS)

Büttenrede zu Noah

Gerda Lang*

Die Kirchenglocke weckt mich immer um Acht,
das hat sie die ganzen Jahre gemacht.
Der Kirchturm kommt weg, so wurde gesagt,
warum, wieso, hat man uns gefragt?

Zur Sonntagspredigt steht mir der Sinn,
so geh ich zu meiner Kirche hin,
will hören, was der Pastor sagt.
Geht nicht mehr – warum? Wurde ich gefragt ?

Wo werd´ ich getauft und eingesegnet,
wo getraut? Und wenn mir der Tod begegnet,
ist dann noch eine Kirche da?
Ich weiß es nicht, hat man mir nicht gesagt.

Die Frauenhilfe gibt´s seit Ewigkeiten,
sie wird uns immer weiter begleiten.
So haben wir das immer gedacht.
Es ist vorbei, man uns nicht gefragt.

Ist mein Haus krank und braucht jetzt Pflege,
nehm´ ich mein Geld, geh die alten Wege.
So stopf ich die Löcher und auch das Dach.
So haben es immer die Alten gemacht.

Bevor ich alles Geld verschenke,
wird allererst mein Haus saniert.
Das haben die da oben wohl nicht kapiert.

* Gerda Lang ist 88 Jahre alt. Sie wohnt in Nette und ist seit Jahren Mitglied  in einem der beiden Frauenhilfsvereine der evangelischen Kirche in Nette.
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