Neues Gedicht aus der „Bücherblume“ Volkach*

März

Cäsar Flaischlen**
(1864-1920)

Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
So lockend die Sonne vom Himmel blitzt,
so lockend alles gänzt und glitzt…
Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!

Es werden Tage wieder kommen,
bevor erblüht, wovon du träumst,
da alles wie vorher trostlos weh
im Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh…
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!

(Auszug)
*Wer in Volkach an der Mainschleife für ein paar Tage Urlaub macht, stößt auf der Hauptstraße des Ortes zwangsläufig auf die „Bücherblume“. Hierbei handelt es sich um eine Buchhandlung mit liebevoll ausgesuchter Literatur für Erwachsene und Kinder, dazu gehört aber auch ein kleines Café. Die „Bücherblume“ wird von den Schwestern Eva und Sabine Kiesel betrieben und Heidi Kiesel ist nicht nur die Mutter der beiden, sondern auch die Seele der „Bücherblume“. Sie ist u. a. verantwortlich für den selbstgebackenen Kuchen, der im Café angeboten wird. Und sie hat noch eine weitere Spezialaufgabe: Sie sucht in jeder Woche ein jahreszeitlich passendes Gedicht aus, druckt das aus und legt es für die Besucher des Cafés aus. 
Nichts lag daher näher, als Frau Kiesel zu fragen, ob sie für eine Veröffentlichung auf MENGEDE:InTakt! nicht jeweils eine zusätzliche Kopie „ihrer“ Gedichte übersenden wolle. Wollte sie, und so setzen wir die Serie „Gedichte aus der Bücherblume Volkach“ fort.
Weitere Einzelheiten zur „Bücherblume“: www.buecherblume.de
**Dr. Cäsar Otto Hugo Flaischlen (1864-1920) war Anfang des 20. Jahrhunderts ein bekannter Lyriker und Mundartdichter. Die Auflagen seiner Werke umfassten teilweise weit über hunderttausend Exemplare.
Sein wohl bekannteste Gedicht „Hab Sonne im Herzen, ob’s stürmt oder schneit, ob der Himmel voll Wolken, die Erde voll Streit…“ entstand 1894 vermutlich auf einer sonnigen Frühlingswanderung.

 

 Fotos: Dr. Ingo Herminghaus
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