Nepal-AG am Heinrich-Heine-Gymnasium: „Namaste Nepal – Schüler helfen Schülern“

Der Gruß: Namasté

Namaste heißt übersetzt: „Ich grüße das Göttliche in dir“
(Nepals traditionelle Grußformel mit Geste)

„Wir starten heute mit 52 Schüler/innen des Heinrich-Heine-Gymnasiums aus den Jahrgängen 9-Q2 mit dem 1. Block der Nepal AG: Wir werden Nepalexperten“. So hieß es im November 2016, als der Startschuss in eine außergewöhnliche Projektarbeit in Kooperation mit der Mengederin Silvia Veuhoff fiel.

Die Projektidee:

  • Gründung einer AG – Wir werden zu Nepal-Experten!
  • Soziales Engagement: Spendengelder sammeln zum Aufbau des Schuldorfes in Mandra/Nepal
  • „Über den Tellerrand schauen“ – einen Perspektivwechsel ermöglichen

Die Ziele:

  • Das Land Nepal kennenlernen
  • Menschen in Mandra helfen
  • Den Kindern/Jugendlichen Schulbildung und eine bessere Zukunft ermöglichen
  • eine Schulpartnerschaft aufbauen (mit möglichen Exkursionen in das Schuldorf Mandra)

    Die Aktivisten der Nepal-AG

Will man sich über Nepal informieren, dann bieten die einschlägigen Nachschlagewerke diverse z.T. oberflächliche Informationen, wie z.B.: Nepal ist ein Binnenstaat in Südasien; er grenzt im Norden an die Volksrepublik China und im Osten, Süden und Westen an Indien.; die Hauptstadt ist Kathmandu; im Norden und im Osten liegt ein großer Teil des Himalaya-Gebirges, unter anderem der Mount Everest…..

und so weiter……

Raj Gyawali – er war auf alle Fragen gut vorbereitet

Doch das reicht dem Projektteam, das neben den HHG-Schüler/innen auch die Lehrer/innen Carina Porscha, Alice Martino, Ricarda Söbke und Dr. Lars Wegner umfasst, überhaupt nicht. Vielmehr wandten sich die Schüler/innen letzten Montag (13.03.2017) an Raj Gyawali aus Nepal. Er arbeitet für „socialtours“ in Nepal  (www.socialtours.com), führt Gruppen durch sein Heimatland und setzt sich für verschiedene Sozialprojekte ein.
Mit Informationen aus erster Hand beantwortete er bereitwillig alle Fragen der Schüler/innen. Denn die im Frühjahr 2018 geplante Reise nach Mandra im stark von den Erdbeben betroffenen Gebiet Sindhupalchok/Nepal, will gut vorbereitet sein. Mandra, das Dorf liegt drei Stunden Fußmarsch entfernt von der Hauptstraße, die das Land von West nach Ost durchquert. Da sind Kondition und passende Trekking-Kleidung gefragt. Dort entsteht eine Primary School mit 8 Klassenräumen und separaten Sanitäreinrichtungen. Die Aufbauhilfe auch in Form finanzieller Unterstützung, die durch Spendengelder aufgebracht werden sollen, ist das Zentrale Thema der Projektarbeit.

Doch vorher sah sich Raj einer Vielzahl von Fragen der HHG-Schüler/innen ausgesetzt, wie z.B.

  • Welchen Unterschied in der Lebensweise zwischen Nepal und Deutschland gibt es?
  • Wie sieht die medizinischen Versorgung aus?
  • Schlafen wir in Zelten?
  • Welche Impfungen sind erforderlich bzw. werden empfohlen?
  • Kann man in Nepal auch Duschen?
  • Welches Essen gibt es In Nepal und ist es sehr scharf?
  • Welche Gefahren gehen von wilden Tieren (Leoparden, Schlangen) aus?
  • Gibt es eine Netzabdeckung für Mobiltelefone und Internet?
  • Was sind angemessene Gastgeschenke?

Raj’s ausführliche Antworten ergeben zusammengefasst über Nepal folgendes Bild:

Die Menschen in Nepal haben – im Gegensatz zu vielen Deutschen – gelernt, mit sehr wenigen materiellen Mitteln glücklich zu leben. Armut ist sehr weit verbreitet.
Die medizinische Versorgung in Nepal ist schlecht. Ärzte oder Kliniken sind oft Tagesmärsche entfernt. Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio (kein Anspruch auf Vollständigkeit) werden empfohlen. Übernachtet wird – nicht wie befürchtet in Zelten – sondern in den Häusern der Gastgeberfamilien. Auf Trekkingtouren werden die Schüler/innen in Lodges einquartiert, in denen es auch Einrichtungen zur Körperpflege, insbesondere Duschräume gibt. Während des 4-tägigen Aufenthalt in Mandra müssen sich die Teilnehmer auf  „Fassbäder“ mit Schöpfkelle einrichten. Das nepalesische Essen, das häufig auf Gaskochstellen zubereitet wird, besteht traditionell aus Reis, Linsensoße, Kartoffeln, Gemüse (z.B. Blumenkohl) manchmal mit Fleisch – wer scharf will kann scharf bekommen, es ist aber nicht obligatorisch. Auf Pizza und Pasta müssen die Schüler/innen nur in den Metropolen (z.B. in Katmandu) und auf Trekkingtouren nicht verzichten.

Nationalflagge Nepals

In Nepal gibt es Leoparden, die sehr scheu und daher als ungefährlich gelten und in der Tiefebene im Süden des Landes Schlangen, denen die Leute insbesondere in der Monsumzeit begegnen können.

Mit Genugtuung nahmen die Teilnehmer/innen zur Kenntnis, dass eine Netzabdeckung für Mobiltelefone größtenteils vorhanden ist. Die elektrische Versorgung kann von zeitweiligen Black-Outs unterbrochen werden.

Als Gastgeschenke eignen sich insbesondere Dinge, die den Gastgebern bezüglich ihrer Gäste in Erinnerung bleiben (z.B. Fotos von sich und den Familien).

Außerdem erfuhren die Projektteilnehmer praktische Informationen zur Kleidung: Mehrere Kleidungsstücke sollten wegen der tagsüber und abends vorherrschenden enormen Temperaturschwankungen nach dem „Zwiebelsystem“ getragen werden. So kann je nach Wetterlage das eine oder andere Kleidungsstück aus- oder wieder angezogen werden.

Auf die Frage nach besonders beliebten Vornamen der Menschen erfuhren die Teilnehmer Erstaunliches. Je nach ethnischer Herkunft (es gibt in Nepal ca. 150 Ethnien) werden Vornamen für Jungen oder Mädchen gleichermaßen vergeben. Eine Unterscheidung zwischen männlich und weiblich aufgrund des Namens ist somit nicht möglich. Für deutsche Verhältnisse eine überraschende Information.

So endete ein interessanter Informationsaustausch mit der positiven Einstellung aller Teilnehmer, mit den geplanten Vorhaben der Nepal AG genau das Richtige zu tun.

MENGEDE:Intakt! ist gespannt auf den Reisebericht, den wir im Jahr 2018 gerne veröffentlichen.

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