Neues aus dem Dortmunder Zoo

 Steinkäuze werden ausgewildert

Aus dem Dortmunder Zoo erreicht uns der folgende Bericht, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten:

Zoologische Gärten verstehen sich seit jeher als die „Schaufenster der Biodiversität und des Naturschutzes“. In einigen Fällen ist es auch möglich, dass in Menschenobhut vermehrte Tiere in den angestammten Lebensraum zurückkehren.

Der Zoo Dortmund hat sich in seiner Historie bereits an mehreren solcher Auswilderungen beteiligt, u.a. mit Bartgeiern, Uhus und Weißstörchen. Aktuell werden regelmäßig in der Westfalenmetropole geschlüpfte Kleineulen (Steinkäuze und Schleiereulen) wieder in den natürlichen Lebensraum entlassen.

2016 wurden dafür drei Steinkäuze und eine Schleiereule weitergegeben. Der Zoo arbeitet schon seit Jahren intensiv und in sehr gutem Einvernehmen mit dem Naturschutzbund (NABU) und dessen Vogelpflegestation zusammen. Grund genug, um hier einmal über Steinkäuze zu berichten.

Steinkäuze besitzen wie alle Eulen ein recht hohes Maß an angeborenem Verhalten. Das kommt dem Erfolg einer Auswilderung sehr entgegen. Nachdem das Wetter jetzt besser ist, sollen die vormaligen Zootiere bald freigelassen werden, auch weil die im letzten Jahr geschlüpften Tiere jetzt die richtige körperliche Statur haben.

Der Steinkauz (Athene noctua) ist nur etwas über zwanzig Zentimeter lang, hat eine Flügelspannweite von 55 bis 60 cm und wiegt zwischen 180 bis 210 Gramm. Weibchen werden etwas größer und schwerer als Männchen. Das Steinkauz-Gefieder ist oberseits dunkelbraun gefärbt. Weißliche Flecken und Musterungen sind charakteristisch für die Art. Die Bauchseite ist deutlich heller, manchmal fast weißlich gefärbt, es zeigt sich eine dunkelbraune Bänderung. Der Schwanz ist recht kurz. Über den Augen zeichnet sich ein weißlicher Augenstreifen ab. Der rundliche Kopf ist klein, die Augen besonders groß und gelblich gefärbt.

Auf den Weltmaßstab betrachtet sind die Bestände der kleinen Eule noch sicher. Innerhalb Deutschlands allerdings muss sie zu den bedrohten Vogelarten gerechnet werden. Die Hauptgründe der Bestandschrumpfung sind unter anderem die Rodung alter Baumbestände, intensiv betriebene Landwirtschaft, Abriss oder Renovierung von alten verfallenen Gebäuden, die Schlupflöcher bieten. Die Vögel bevorzugen offene, wenig bewachsene Landschaften. Zu den natürlichen Habitaten gehören in der Ebene insbesondere Streuobstwiesen, Kulturland und Steinbrüche. Manchmal sind sie auch in großen, naturnahen Gärten und Parks anzutreffen. Alter Baumbestand ist für die Brut aber zwingend notwendig. Manche Steinkäuze verhalten sich auch als Kulturfolger, der in der Nähe von Siedlungsräumen anzutreffen ist.

Die kleine Eule jagt von einer Ansitzwarte aus, gelegentlich auch auf dem Erdboden. Sie greifen dabei neben größeren Insekten auch nach Würmern, kleineren Vögel oder Nagern. Je nach Verbreitungsgebiet verschmähen sie auch kleinere Reptilien nicht. Die unverdaulichen Reste der Beutetiere würgt der Steinkauz (wie jede Eule) als Gewölle wieder hervor. Als dämmerungs- und nachtaktiver Beutegreifer ist er dennoch gelegentlich auch tagsüber bei der Jagd. Da es im Winter keine Insekten gibt, frisst der kleine Kauz dann vornehmlich Singvögel, die im Winter ihrerseits weniger Nahrung finden und daher eine erhöhte Sterblichkeit aufweisen.

Nachtrag unseres Redaktionsmitgliedes Monika Zybon-Biermann:

Der Naturschutzbund (NABU) Dortmund weist auf der eigenen Webseite übrigens darauf hin, dass für 2016 keine Daten über das Vorkommen des Steinkauzes vorhanden sind, da systematische Nistkasten-Kontrollen fehlen. Die Eulen-AG des NABU schätzt, dass noch insgesamt acht Brutpaare auf dem Gebiet der Westfalenmetropole leben. Das sei kein gutes Ergebnis, vor allem angesichts mehrerer milder Winter. Die Ornithologen nehmen an, dass nicht zuletzt der auch in Dortmund zunehmende Maisanbau eine Abnahme der Bestände mit sich bringt.

Hinweis: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken! Fotos:Karl-Rainer-Ledvina/Zoo Dortmund
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