Grundwasser am Achenbach-Hafen noch belastet

Umweltamt: Monitoring an ehemaliger Bergeverladung geht weiter

Ein Luftbild der Bergeverladung Groppenbruch von 2016. Foto: Stadt Dortmund

Markus Halfmann nahm kein Blatt vor den Mund: Das Grundwasser im Bereich der ehemaligen Bergeverladung der Zeche Minister Achenbach in Groppenbruch weise heute noch deutliche Schadstoffbelastungen auf. Der renaturierte Herrentheyer Bach dagegen habe eine „gute, wenn auch nicht optimale“ Wasserqualität. Das erklärte der Mitarbeiter des Umweltamtes jetzt der Bezirksvertretung Mengede. Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen hatte einen Bericht zum Grundwassermonitoring für das eineinhalb Hektar große Grundstück am Kanal gefordert.

Im Dezember 2012 hatte die Behörde dem Gremium letztmalig mitgeteilt, der Zeitraum für die Überwachung des Grundwassers müsse nach Abschluss der Sanierungsarbeiten verlängert werden, da nachweislich noch Verunreinigungen vorhanden seien. An insgesamt acht Messstellen auf dem Gelände der an der Oberfläche abgedichteten Deponie werden halbjährlich Proben entnommen. Festzustellen sind erhöhte Werte für Giftstoffe und Schwermetalle wie Arsen, Cadmium, Nickel, Zink und Cyanide sowie teilweise krebserregende polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) im oberen Grundwasser-Stockwerk. Während die Anteile der meisten Stoffe stagnieren, stieg die Cyanid-Belastung in letzter Zeit erstmals an.

Im tieferen Grundwasserstockwerk gäbe es dagegen „keine signifikanten Auffälligkeiten“. Das belastete Grundwasser werde aufgefangen und in einem separaten Kanal einer Kläranlage zugeführt, betonte Halfmann. Die Frage, warum die Cyanidbelastung zugenommen habe, sei bisher durch den Gutachter nicht geklärt worden. Eventuell müsse die Funktionsfähigkeit der Dränage noch einmal überprüft werden.

Aufsalzung im Herrentheyer Bach nicht besorgniserregend

Das Oberflächenwasser des Herrentheyer Baches wird seit 2015 an zwei Messstellen untersucht. Außer einer erhöhten Aufsalzung durch Sulfat und Chlorid sei nichts gefunden worden. Das Monitoring wird auch hier fortgesetzt; ein dritter Entnahmepunkt westlich des Kanals kommt hinzu. Die aktuelle Funktionsfähigkeit und Wirkungsweise der Tiefendränage solle überprüft werden. Die Vorgabe der EU allerdings, im Verlaufe der nächsten Jahre möglichst alle offenen Fließgewässer in einen perfekten ökologischen Zustand zu versetzen, sei wohl nicht zu erreichen. Wegen des Zustandes der Bäche und Flüsse müssten sich die Bürger jedoch keine Sorgen machen. „Fließgewässer liefern kein Trinkwasser“.

Grünen-Fraktionssprecherin Isabella Knappmann äußerte Bedenken, weil gelegentlich ein in der Nähe liegender „Froschteich“ von Familien zum Baden genutzt werde und befürchtete, es könne auch belastetes Wasser durch die Spundwände in den Kanal eindringen. Halfmann betonte, in beiden Fällen bestehe keine Gefahr; beim Kanal sei es zudem wahrscheinlicher, dass Wasser austrete als hineingerate.

Zeche wurde bis 1992 betrieben – mehr als ein Jahrhundert

Die über 100 Jahre bestehende Zeche „Minister Achenbach“ wurde bis 1992 betrieben. Nach der Stillegung entstand hier das Technologiezentrum LünTec. Die Sanierung des Geländes wurde ab 2004 in Angriff genommen. 2009 wurde das Essener Gutachterbüro Geofaktum von der Ruhrkohle mit der weiteren Überwachung beauftragt.

Auch eine andere Altlast im Stadtbezirk, das Hansemann-Gelände, wurde im Hinblick auf das dort ebenfalls laufende Grundwassermonitoring angesprochen. Halfmann bedauerte, dazu keine aktuellen Unterlagen zu haben. Die Maßnahmen seien abgeschlossen. Nach den Sommerferien, so versprach er, werde der Bericht vorliegen.

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