Marco Bülow zu Besuch in der Kokerei Hansa

Sanierung der Koksofenbatterien öffentlich gefördert
„Kokerei Hansa zu einem Stadtteilpark entwickeln“

Marco Bülow im Gespräch mit Ursula Mehrfeld (r.) und Dr. Marita Pfeiffer

Die Entwicklung des Industriedenkmals „Kokerei Hansa“ zu einem öffentlichen Kultur- und Begegnungszentrum für die Dortmunder Bevölkerung eignete sich als Thema anlässlich des Besuchs des Bundestagsabgeordneten Marco Bülow, zu dessen Wahlkreis auch der Stadtbezirk Mengede gehört. Der Grund für den Besuch war die Sanierung der Koksofenbatterien. Diese werden mit Mitteln aus dem Städtebauförderprogramm des Landes NRW, das zu einem Drittel mit Bundesmitteln gestützt wird, gefördert. Gemeinsam mit lokalen politischen Vertretern, führten Ursula Mehrfeld und Dr. Maria Pfeiffer von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur* einen Rundgang durch das ehemalige Betriebsgelände der Kokerei Hansa durch. Sachkundige Ausführungen zur „schwarzen“ und „weißen“ Seite des Kokereibetriebs sowie Erläuterungen und Vorführung der historischen Maschinen, gewährten den Teilnehmern einen tiefen Einblick in längst vergangene Produktionsverfahren und -abläufe (die Kokerei Hansa wurde im Jahre 1992 stillgelegt). Große Zustimmung fanden Pläne, das ehemalige Salzlager, eine imposante Halle, die bestuhlt 800, ansonsten 1200 Besucher fasst, als Konzerthalle umzubauen.

Als Radweg denkbar

„Die Kokerei Hansa ist für Dortmund ein wichtiges Aushängeschild der Industriekultur“, kennzeichnete Marco Bülow die Ausgangslage und spornte damit zugleich die Vertreter der Stiftung Industriedenkmalpflege an, dem Kokereigelände einen größeren öffentlichen Zugang zu verschaffen. „Genau das ist es, was uns umtreibt, den breiten öffentlichen Zugang zu ermöglichen und gleichzeitig den strengen Verkehrssicherungspflichten zu genügen“, stimmte Ursula Mehrfeld dem Ansinnen grundsätzlich zu. Schließlich ist das Terrain mit seinen Höhen (Löschturm, Dach der Sieberei) und Tiefen (enge, verschlungene Pfade) nur mit hohem Aufwand abzusichern, um z.B. Kindern einen gefahrlosen Besuch zu gewährleisten. Geplant ist, mit der Deutschen Montan-Industrie (DMT), ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten. „Bis zur Realisierung ist es aber noch ein weiter Weg“, so die Einschätzung von Ursula Mehrfeld.

Innenleben eines Kühlturmes

Gaskompressoren – immer noch funktionsfähig

Für Susanne Meyer, Ratsvertreterin der SPD und für den Stadtbezirk Huckarde zuständig, steht die Entwicklung der Kokerei in Bezug auf ihre positive Ausstrahlung auf die Huckarder Bevölkerung im Fokus ihrer politischen Aktivitäten. Besonders eine Radwege-Verbindung von der Zeche Hansa (Alte Schmiede), dem Deusenberg (Mountain-Bike-Areal) zur Kokerei sei für sie erstrebenswert und erwähnt dabei auch das Nordwärts-Projekt, das einen  Schub in die richtige Richtung bringen soll. An dieser Stelle sind für MENGEDE:InTakt! zumindest leise Zweifel angebracht, da sich das Nordwärtsprojekt – und der Umgang diverser Lokalpolitiker damit – nach den Erfahrungen im Stadtbezirk Mengede, nicht als besonders dynamisch in der Umsetzung wohlmeinender Initiativen ausgezeichnet hat.

Die Vertreter der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur haben eine Vision. Visionen lassen sich jedoch nicht von heute auf morgen umsetzen. Neben ihren Bestrebungen, der Dortmunder Bevölkerung mit der Kokerei Hansa ein kulturelles Highlight zu präsentieren, schlägt sie die „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ mit ihren 14 Industriedenkmälern für das UNESCO-Welterbe vor. Wir hoffen, dass dieser Vorschlag von Erfolg gekrönt wird. Dem konnte auch Marco Bülow nur zustimmen.

*Neben der Kokerei Hansa zählen weitere 13 Denkmale im Ruhrgebiet dazu.
Infos unter: http://www.industriedenkmal-stiftung.de/docs/index.php

Hinweis: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken.

 

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