Nette soll bald schöner werden

Beschluss zur Schulhof-Umgestaltung endlich auf den Weg gebracht

Das Heinrich Heine Gymnasium – Sitz des KuBiPark e. V.

Rund um die Dörwerstraße soll Nette schon bald deutlich schöner werden: Die Bezirksvertretung (BV)brachte einstimmig den Beschluss zur Umgestaltung des Schulhofes und Freigeländes der Albert-Schweitzer-Realschule sowie zur Neuanlage des Schulgartens am Heinrich-Heine-Gymnasium auf den Weg. Außerdem empfahl das Gremium – ebenfalls einstimmig – die Änderung Nr. 6 des Bebauungsplanes Mg 115 im beschleunigten Verfahren anzunehmen. Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, den ehemaligen Supermarkt, dessen Umfeld einen herunter gekommenen Eindruck macht, durch eine neue Kindertagesstätte, eine Demenzwohngruppe und ein Mietwohnhaus zu ersetzen.

Nicht gerade einladend, der ehemalige Getränkeladen.

Das von Stadtgrün erarbeitete Plankonzept zur Schulhofumgestaltung war, wie berichtet, bereits in der Märzsitzung diskutiert worden. Allerdings konnte noch kein Beschluss gefasst werden, da man erst noch das Ergebnis einer Bürgerinformationsveranstaltung im April abwarten wollte. Die 280.000 € für das Vorhaben werden im Rahmen des Programms Gute Schule bereit gestellt. Damit sollen 3 900 Quadratmeter Hoffläche und 600 Quadratmeter Garten in attraktivere Form gebracht werden.

Damit Gelände allen nützt: Öffnungszeiten verlängern

Bei der Veranstaltung, zu der allerdings kaum Bürger gekommen waren, seien Anregungen im Hinblick auf die Auswahl der Spielgeräte, eine Reparatur der Asphaltfläche sowie den Schulgarten in das Konzept aufgenommen worden, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Sprecher aller Bezirksfraktionen bemängelten jedoch, dass eine Reihe wichtiger Forderungen nicht erwähnt seien. Vor allem die gewünschten längeren Öffnungszeiten fehlten. Gudrun Feldmann vertrat die Ansicht, die Anlagen sollten möglichst im Sommer bis 22 Uhr, im Winter bis 19 Uhr allen Bürgern offen stehen.Nur auf diese Weise sei gewährleistet, dass alle Bevölkerungsgruppen von der Verbesserung des Umfeldes profitieren. Darum sei auch der Streifendienst gefordert worden (wir berichteten). Feldmann:“Wenn sich niemand findet, der später die Tore abschließt, sollte man sie lieber offen lassen!“

Zur Ausstattung gab es ebenfalls einige kritische Äußerungen. So bemängelte Detlef Adam (SPD), wichtige Aspekte seien nur teilweise berücksichtigt worden, z. B. die auch für Erwachsene geeigneten Sitzbänke. Bei Sportangeboten sollten bereits vorab Lärm mindernde Maßnahmen eingeplant werden, um späteren Ärger zu vermeiden. Der Plan müsse außerdem durch die vorgesehene Station des Pfades der Kinderrechte ergänzt werden. Mit diesen Zusätzen ging der Beschluss an die Verwaltung.

Schandfleck verschwindet – aber ein Wermutstropfen

Die früheren Supermarkträume dienten bis jetzt dem Verein „Mengede hilft“ als Lager und Anlaufstelle. Bisher ist kein Ersatz gefunden.

Überwiegend heiter reagierte das Bezirksparlament auf die Vorlage zur Änderung des Bebauungplanes Mg 115 – Dörwer-Straße. SPD-Fraktionssprecherin Feldmann bekannte: „Ich freue mich, dass der Schandfleck ( der ehemalige Markt, d. Red.) verschwindet.“ Das an seiner Statt vorgesehene generationsübergreifende Projekt sei ein tolles Vorhaben. Einziger Wermutstropfen: „Es tut mir leid, dass der Verein „Mengede hilft“ damit seine Unterkunft verliert.“ Leider habe sich bis heute kein Ersatz finden lassen.

Grünen-Sprecherin Isabella Knappmann regte an, man möge sich auch hier wegen der zu erwartenden größeren Lärmbelästigung, z. B. durch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur neuen Tageseinrichtung bringen bzw. abholen, bereits vorab Gedanken machen. CDU-Sprecher Joachim Farnung stellte die Frage, ob in dem Bereich ausreichend Parkplätze vorhanden seien.

Trotz aller Probleme: Netter im Großen und Ganzen zufrieden

Mit wenig Begeisterung nahm die BV den Abschlussbericht der „Quartiersanalyse Nette“ zur Kenntnis. Nette gehört zu den 13 Aktionsräumen der „Sozialen Stadt Dortmund“ und ist Bestandteil der Gebietskulisse des „Nordwärts“-Projektes. Relativ hohe Arbeitslosigkeit, verbunden mit großem Anteil an Empfängern von Transferleistungen sowie ein überdurchschnittlicher Ausländeranteil gehören zu den wenig ermutigenden Grunddaten des Stadtteiles. Dem stehen eine bunte Vielfalt der Siedlungsbereiche, bestehend sowohl aus Eigenheimen wie auch Mehrfamilienhäusern, Großwohnsiedlungen und alten Zechenhäusern, wenig Leerstand und hohe Wohnzufriedenheit gegenüber. Das Ergebnis der Frageaktion fiel recht positiv aus. Das Quartier sei ruhig, die Häuser gepflegt, das Mietniveau günstig, meinen die Bewohner. Als positiv wird das viele Grün, der nachbarschaftliche Zusammenhalt sowie Sport – und andere Freizeitangebote vor Ort beurteilt.

Schwachpunkte sind neben den oben genannten fehlende Barrierefreiheit an Bushaltestellen, der teilweise schlechte Zustand der Straßen, Geh- und Radwege und das geringe Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. Auch ausreichende Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten werden vermisst. In diesem Zusammenhang wird der bevorstehende Rückzug der evangelischen Kirche aus dem sozialen und kulturellen Angebot als Risiko für eine weitere Entwicklung gesehen.

Viele Ausländer, aber nur Fragebögen in Deutsch

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Ob die Befragung der Bürger wirklich ein komplettes Stimmungsbild ergeben hat? Einige Bezirksvertreter äußerten Zweifel. CDU-Sprecher Farnung monierte, der alte Ortskern mit seinen lange leer stehenden Geschäftsräumen werde wenig berücksichtigt Die Verkehrssituation und der Straßenzustand müssten ebenso betrachtet werden wie im Hinblick auf das Angebot der Sportvereine der Zustand des alten Ascheplatzes. Detlef Adam monierte, dass trotz des hohen Ausländeranteils die Fragebögen ausschließlich in deutscher Sprache verteilt wurden. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass vor allem deutsche Anwohner geantwortet hätten.

Die Frage der Sicherheit spiele ebenfalls eine große Rolle, betonte stellvertretender Bezirksbürgermeister Kuck. Dies wurde in der Umfrage deutlich. Vor allem junge Leute bis 30 gaben an, bestimmte Räume in der Dunkelheit zu meiden. Dazu gehören die BuRiAd-Siedlung und der ehemalige Getränkemarkt an der Dörwerstr., der allerdings, wie oben erwähnt, bald abgerissen werden soll. In dem Bericht wird der 2015 gegründete Kultur- und Bildungspark e. V. als eine Chance genannt, die Situation in Nette zu verbessern. Es wird bereits in diesem Jahr ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Musik, Büchermarkt und Vorträgen geben. Auch die Umgestaltung des Schulgeländes (siehe oben) hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben.

Gemeindehaus als Bürgerzentrum? CDU enthielt sich

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Nach einer lebhaften Diskussion wurde ein Antrag der SPD-Fraktion, zu prüfen, ob nicht die Möglichkeit bestehe, das evangelische Gemeindehaus als Begegnungszentrum für die Bürger zu erhalten, an die Verwaltung weiter geleitet. Die Übernahme könne durch das Förderungsprogramm „Investitionspaket Soziale Integration im Quartier NRW 2017“ erfolgen. Die CDU enthielt sich der Stimme. Joachim Farnung gab zu bedenken, dass man die finanziellen Folgen für die Stadt bedenken müsse. Immerhin schaffe es die Kirche selbst nicht, den Standort zu erhalten: „Was würde das auf Dauer kosten?“

Sowohl der Grüne Jürgen Utecht als auch SPD-Bezirksvertreter Detlef Adam betonten, es solle lediglich erst einmal geprüft werden, ob es möglich sei, das bisherige große kulturelle Angebot in städtischer Regie aufrecht zu halten. Trotzdem mochten sich die Christdemokraten nicht anschließen. Farnung: „Die katholische Kirche hat angeboten, das eigene Gemeindehaus so umzugestalten, dass es auch von den Protestanten mitgenutzt werden kann. Da können wir nicht zustimmen.“

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