Dortmunder Integrationsnetzwerk soll wachsen

„lokal willkommen“ soll demnächst auch in Huckarde/Mengede aktiv werden

Das Dortmunder Integrationsnetzwerk „lokal willkommen“ soll ausgeweitet werden: Nach dem Beschluss des Verwaltungsvorstands sollen Anlaufstellen für Flüchtlinge nach der erfolgreichen Pilotphase in Brackel und Aplerbeck auch in Huckarde/Mengede und Hörde/Hombruch entstehen. Dies ist einer Pressemitteilung der Stadt Dortmund von heute zu entnehmen.Das Pilotvorhaben in den Stadtbezirken Brackel und Aplerbeck wurde im Oktober 2016 gestartet. Mit dem Caritas Verband Dortmund als Kooperationspartner wurden Flüchtlinge unterstützt, die in den Bezirken eine Wohnung bezogen haben.
Ziel war es, ein Netzwerk aus haupt- und ehrenamtlich Tätigen aufzubauen und dabei auf die entstandenen Unterstützungsstrukturen zurückzugreifen. Zwei Fachfrauen der sozialen Arbeit fanden in einem Ladenlokal am Brackeler Hellweg eine neue Wirkungsstätte. „Das ist sehr gut investierte Zeit“, sagt Sozialdezernentin Birgit Zoerner, „individuelle Integrationshemmnisse konnten gemeinsam identifiziert und konkrete Schritte zur Lösung der Probleme vereinbart werden.“

In einer Umfrage haben die Beteiligten das Angebot positiv bewertet. Das Echo in Medien, Politik und Fachöffentlichkeit war ebenfalls sehr gut, das Dortmunder Modell wurde auch überregionale beachtet. „Integration geschieht nicht von allein, auch wenn die geflüchtetenMenschen selbst engagiert ihren Neustart angehen wollen. Die Stadt ist gutberaten, den Prozess aktiv zu gestalten, das neue Miteinander zwischen den Flüchtlingen und der Aufnahmegesellschaft positiv vor Ort zu begleiten, Brücken zu bauen und für alle Beteiligten praktische und unbürokratische Unterstützungsdienstleistungen anzubieten“, ist Birgit Zoerner überzeugt.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist angetan von den vielen professionellen und ehrenamtlichen Aktiven, die sich mit viel Kraft und Energie in den Netzwerkaufbau und in die Unterstützung der Flüchtlinge eingebracht haben und hat sich ausdrücklich dafür bedankt.

Die konkrete Umsetzung der Planung für den Bereich Huckarde/Mengede soll nach der Sommerpause erfolgen. Die Sozialdezernentin ist zuversichtlich, dass die Konzeption auch hier funktioniert, denn die Verhältnisse vor Ort sind sich ähnlich.

Die Umsetzung in Huckarde/Mengede soll mit den Bezirksvertretungen und den aus der Flüchtlingshilfe bekannten Akteuren der Runden Tische geklärt und gemeinsam gestaltet werden. Die Kooperationspartner der Stadt für die
Besetzung der „lokal willkommen“-Teams ist in Huckarde/Mengede das Diakonische Werk.

Flüchtlinge 1942 (wikipedia)

OB Ullrich Sierau unterstreicht, dass die Stadt mit dem Netzwerk Pionierarbeit leistet. Allerdings: „Nach wie vor besteht die dringende Erwartung, dass sich Bund und Land zu einer auch finanziell greifbaren Verantwortungsgemeinschaft zusammen finden.“ Denn jedes „lokal willkommen“-Büro belastet den kommunalen Haushalt mit rund 110.000 Euro jährlich.

Der Forderung des OB kann man nur zustimmen, denn eine angemessene Unterstützung der Kommunen bei den Kosten für die Betreuung der Flüchtlinge ist das Mindeste was die Menschen hier im Lande erwarten dürfen. Schade, dass wir hier in Deutschland bei den anstehenden Wahlen keinen Macron zur Verfügung haben. Dann bestünde ja die Hoffnung, dass all die alten Parteistrategen, die westliche Werte predigen, aber keinen Deut dafür unternehmen, sie auch zu realisieren, ähnlich wie in Frankreich in den Ruhestand versetzt würden und ähnlich wie in Frankreich ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit.

 

 

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