Ruhrfestspiele – eines der ältesten und größten Theaterfestivals Europas

Die Ruhrfestspiele Recklinghausen sind  Jahr für Jahr immer einen Besuch wert!

Ihren Ursprung hatten sie im kalten Winter 1946/47. Damals „schleusten“ die Bergleute der Zeche König Ludwig 4/5 Steinkohle an der britischen Besatzungsmacht vorbei, damit die Hamburger Theater beheizt werden konnten. Zum Dank gastierten im Sommer 1947 Schauspieler der drei Hamburger Staatsbühnen unter dem Motto „Kunst gegen Kohle“ im städtischen Saalbau Recklinghausen. Dies war die Geburtsstunde der Ruhrfestspiele.

Ab 1965 fanden die Aufführungen in dem neu errichteten Festspielhaus statt. Mittlerweile ist das Angebot so vielseitig, das mehrere Veranstaltungsorte benötigt werden. In diesem Jahr zum Beispiel: Großes Haus / Kleines Theater / Halle König Ludwig ½ / Theater Marl / Schloss Herten / Theaterzelt Stadtgarten / Zeppelin / Kunsthalle und Fringe Zelt.

Eröffnet werden sie immer am 1.Mai, dem Tag der Arbeit. Bis Mitte Juni ist Recklinghausen dann „die“ europäische Theatermetropole. Bei den Theaterstücken stehen Ur- und Erstaufführungen im Mittelpunkt. Auch die Lesungen mit namhaften Schauspielgrößen, das Kabarett- / Comedy Programm mit vielen etablierten Größen und Newcomern sowie die Konzerte erfreuen sich einer großen Beliebtheit.
Wegen der Flüchtlingsproblematik war das Thema des vergangenen Jahres „Mittelmeer – Mare nostrum?“ und setzte sich mit der politischen und sozialen Zuständen in dieser Region auseinander. Anlässlich des 70-igsten Jubiläums gastierten auch das Thalia Theater Hamburg und das Deutsche Schauspielhaus in Recklinghausen, die 1947 zu den Mitbegründern der Festspiele zählten.

In diesem Jahr hat Intendant Frank Hoffmann das Festspielmotto „Kopfüber – Weltunter“ gewählt. Er will damit Verunsicherungen und Ängsten in der gegenwärtigen Situation zum Thema machen. Allerdings wolle er nicht, wie die Rechtspopulisten, Ängste schüren, sondern Perspektiven zeigen. „Man kann den Kopf in den Sand stecken oder Purzelbäume schlagen und das wollen wir mit den Ruhrfestspielen versuchen: Purzelbäume schlagen und hinterher umso aufrechter in der Welt stehen“, erläutert der Intendant sein Festspielmotto.

Bis zum 18. Juni bieten die Ruhrfestspiele über 300 Veranstaltungen an. Die spezifizierten Infos sind auf der Internetseite der Ruhrfestspiele einzusehen:
https://www.ruhrfestspiele.de/

Für mich persönlich war wieder einmal das Fringe – das schräge Festival im Fringe Zelt einer der Höhepunkte. Hier hat mich besonders „Imbalance, eine Fusion aus Tanz, Zirkus und Akrobatik über unsere chaotische, medienverrückte Welt“ beeindruckt.
Bei der „Bäckerei International“, ein Projekt des Jobcenters, des Bildungszentrums und der Ruhrfestspiele für Jugendliche ohne Schulabschluss und Migranten, hatte neben dem Fringe Zelt einen Verkaufswagen aufgestellt. Hier konnte man ein frisch gebackenes Brot mit orientalischer Gewürzmischung kaufen. Sehr lecker, Rezept anbei.

Das Abschlusskonzert der Gruppe WANDA findet am 17.6. ab 20:00 Uhr im Stadtgarten Recklinghausen statt.

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