Renaturierung der Emscher

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Von der Kloake zum schönsten Fluss des Ruhrgebiets

Auf einer Länge von etwa 1500 Metern hat die Emschergenossenschaft in Dortmund-Deusen erstmals einen Bereich des Emscher-Hauptlaufes naturnah umgestaltet. Der Unterschied zu vorher ist deutlich sichtbar: Die Emscher kommt nicht mehr als tief eingeschnittener und streng begradigter Kanal daher, sondern als ein breites Gewässer mit vielseitigen Ufern und flachem, sauberem Wasser!Die Maßnahme ist ein Bestandteil des Emscher-Umbaus, im Rahmen dessen die Emschergenossenschaft in den vergangenen Jahren bereits den oberhalb liegenden Abschnitt der Emscher von der Quelle in Holzwickede bis eben zur Kläranlage Deusen bereits vom Abwasser befreit und renaturiert hatte.

Über das Ergebnis der Umgestaltung auf der sog. Versuchsstrecke konnte sich der Genossenschaftsrat, dem Vertreter aller Emscherstädte angehören, am letzten Donnerstag ein Bild machen.

Wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, mag es kaum glauben, wie sich die Emscher an diesem herrlichen Sommertag den Besuchern präsentierte. Dabei war nur ein erster Schritt – halt auf einer Versuchsstrecke – zu besichtigen. Auf diese Strecke soll ausprobiert werden, wie man die Emscher am geeignetsten – möglicherweise mit unterschiedlichen Strategien an unterschiedlichen Stellen – auf voller Länge renaturieren soll. Auf folgende Fragen werden aktuelle Erkenntnisse erwartet: Ist ein langsames, flaches Flussbett besser oder eher ein tiefes, schnelles? Soll das Ufer gerade sein oder unterschiedlich tiefe Einbuchtungen aufweisen? Welche Einwirkungen sind von Umweltbeeinträchtigungen zu erwarten, z.B. von ehemaligen Mülldeponien in der Nähe des Flusses? Wie vertragen sich die geplanten Seitenauen mit der derzeit vorhandenen Natur? Welche Vögel siedeln sich an, welche Insekten?
Die gewonnen Erkenntnisse werden für die weitere Renaturierung des Hauptlaufes verwendet.

Auf jeden Fall zeigte sich die Versuchsstrecke in Dessen am Donnerstag von der besten Seite. Üppig blühende Pflanzen haben sich an beiden Ufern ausgebreitet. Libellen schwirrten über das klare Wasser, üppige Wasserpflanzen boten den Fröschen einen guten Schutz, so dass der Fischreiher in respektvoller Entfernung zur ungewohnten Menschenmenge wohl auf seine Mittagsmahlzeit verzichten musste.

Die Versuchsstrecke hat sich für die Fachleute überraschend gut entwickelt und bietet auch dem kundigen Laien hervorragendes Anschauungsmaterial. Wir Mengeder werden nach Auskunft der Emschergenossenschaft bei unseren täglichen Spaziergängen etwa im Jahr 2020 in den Genuss der neuen Emscher kommen, die sich – ohne übertriebene Hoffnung – zum schönsten Fluss des Ruhrgebiets „mausern“ dürfte.

Hinweis:
Wer sich das Ergebnis der Umgestaltung auf der Versuchsstrecke ansehen möchte, geht/fährt in Deusen in den Ährenweg, und kurz vor dem Ährenweg 2 führt ein Weg zur Brücke über die Emscher.

  

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