Lasst uns Plakatwände individuell gestalten

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„Liebe Leute, beteiligt Euch an den Wahlen!“

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Für den Bundestagswahlkampf wurden in Dortmund an sechs unterschiedlichen Standorten – und zwar in den Stadtbezirken Hombruch, Huckarde, Innenstadt West, Innenstadt Ost, Lütgendortmund, Huckarde und Mengede – Großflächenplakate des Dortmunder SPD-Kandidaten Marco Bülow individuell gestaltet.

Es sind die Stadtbezirke, die zum Wahlkreis Dortmund 1 gehören. Bülow und sein Team haben die Wände mit unterschiedlichen politischen  Aussagen versehen, für die Marco Bülow steht.

Die Aktion als solche ist als Versuch anzuerkennen, den überwiegend fantasielosen und weichgespülten Botschaften der Wahlplakate etwas Kreatives entgegenzusetzen. Ernsthaft glauben doch wohl nur wenige, mit den plakatierten Botschaften könne man unschlüssige Wähler überzeugen. Wenn es bei der CDU heißt: „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“, dann verraten die Strategen natürlich nicht, was sie alles dafür zu tun gedenken oder ob es eigentlich nur heißen sollte: „Weiter so!“. Und wenn die SPD verkündet: „Bildung darf nichts kosten. Außer etwas Anstrengung“, dann hat sie vermutlich nicht das alte Sprichwort bedacht, das da heißt: „Was nichts kostet, taugt auch nichts!“

Vermutlich würde es reichen, wenn alle Parteien plakatierten: „Liebe Leute, beteiligt Euch an den Wahlen!“

Eine weitere Erkenntnis aus dem bisherigen Wahlkampf drängt sich auf. So, wie er bei der SPD angelegt ist, wären die Sozialdemokraten offensichtlich froh, wenn sie weiterhin als Juniorpartner in einer Großen Koalition mitregieren dürften. Wenn Martin Schulz es ernst meinte mit seiner Aussage: „Ich werde der nächste Bundeskanzler“, dann müssten doch mehr  Ideen zur Diskussion gestellt werden, die auch weh tun. Schon die vorzeitige Absage an eine rot-grün-rote Koalition hat gezeigt, dass die SPD Schiss hat, auf Risiko zu gehen.

Gewinnen könnte die SPD wohl nur noch, wenn sie bereit und in der Lage wäre, eine lebensnahe und glaubwürdige „Erzählung“ anzubieten. In einer solchen Erzählung müsste dargelegt werden, wie die Partei mit zunehmender Armut, Ungleichheit, schlecht bezahlter Arbeit und fehlendem bezahlbaren Wohnraum – nur um einige Themen zu nennen, in einer künftigen Regierung umgehen will.
„Warum“, so fragt sich mancher „ist es für Martin Schulz kein Thema, die Verantwortlichen des ‚Kartells der Autobauer‘, die für die Vergiftung der Bevölkerung noch Millionen an Bonuszahlungen eingestrichen haben, zur Rechenschaft zu ziehen. Warum knöpft sich die SPD nicht den zuständigen Verkehrsminister Dobrindt vor?“

Doch zurück zu den Plakatwänden. In Mengede hatte sich der SPD-Stadtbezirk für den folgenden Slogan entschlossen: FÜR DIE VIELEN NICHT DIE WENIGEN.

Dieser Slogan passt gut in die zahnlose Auseinandersetzung der SPD um die künftige gesellschaftliche Ausrichtung der Bundesrepublik. Man kann nur hoffen, dass niemand hinter NICHT ein Ausrufezeichen oder ein Komma setzt.

In ca. 3 Wochen werden die Flächen nochmal überplakatiert und erneut wieder individuell beschriftet. Marco Bülow erklärt hierzu:
„Ich möchte hiermit die Dortmunderinnen und Dortmunder aufrufen, mir eigene Ideen für Sprüche oder Slogans zu schicken, aus denen ich die zwei besten auswählen und auf ein neues Plakat schreiben werde.

Haben folgende Vorschläge ein Chance in eine mögliche Endrunde zu gelangen?

Wir lassen uns nicht von Putin kaufen!

Ab ins Gefängnis mit den Chefs des „Autokartells“!

Lobbyismus gerne, aber nicht weiter im Geheimen!

Die „Schwarze Null“ muss weg!

Schuldenschnitt für Griechenland!

Sozialrevolution jetzt!

Für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Solidarität in Europa!

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