Drei HHG-Schüler gewinnen NRW-Geschichtswettbewerb

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Der Beitrag “You’ll never walk alone…..” war erfolgreich

“Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“…

… lautete das Thema der 25. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten.

Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche in der DDR, Berufsbiografien von Priesterinnen, das Wirken Martin Luthers und der Reformation bis heute und die Entwicklungen der islamischen Gemeinden in Deutschland seit den 1960er Jahren. Dies sind nur einige Themen, zu denen bundesweit mehr als 5.000 Schülerinnen und Schüler beim Geschichtswettbewerb geforscht haben.

Sven Tetzlaff (Körber-Stiftung) überreicht die Siegerurkunde (Foto: Privat)

MENGEDE:InTakt! traf sich mit Paul, Vincent und Jan, 11 bzw. 12 Jahre alt – alle drei besuchen im HHG nach den Sommerferien die 7. Klasse. Im Rahmen des oben genannten Themenspektrums haben sie mit einer eigenen Idee erfolgreich am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teilgenommen. “You’ll never walk alone – Der Einfluss der katholischen Kirche auf den Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund (BVB 09) – Damals und heute“, lautet ihr Thema. Das besondere an diesem Wettbewerbsbeitrag: Neben einer schriftlichen Arbeit haben die drei Netter Schüler ein Wissensspiel entwickelt. Die Mühen haben sich gelohnt: Die Arbeit wurde mit dem Preis des NRW-Landessiegers ausgezeichnet. Die Siegerurkunde wurde den Schülern von Sven Tetzlaff, Leiter Bereich Bildung der Körber-Stiftung, überreicht.

Foto: http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/die-wiege-des-bvb-grossegeschichtsstunde- fuer-fussballfans-id10462338.html

Mit Unterstützung ihrer Lehrerin und Tutorin der Körber-Stiftung, Frau Köhnen, sowie den geduldigen Eltern galt es, das Thema unter Beachtung wissenschaftlicher Grundregeln zu bearbeiten. Wichtig dabei – Quellen ausfindig machen und deren Angaben sorgfältig dokumentieren. Dabei war für die Bearbeitung auch eine enorme Einsatzbereitschaft und das nötige Durchhaltevermögen erforderlich. “Zum Glück haben wir uns drei gut verstanden. Jeder hatte sein Aufgabenfeld und brachte seine Ergebnisse in die Gruppe ein. Kampfabstimmungen waren daher überflüssig”, berichtet Paul von den guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit. Initialzündung zur Auswahl des Themas war für die drei Jungs, die sich in der Freizeit mit Fußballspielen, Klettern und Bouldern fit halten und natürlich auch die beliebten Computerspiele zocken, die gemeinsame Vorführung des Films “Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB”. Als dann noch Pauls Großvater Ulrich von seiner Bekanntschaft zu Karsten Haug, dem Gemeindereferenten der Dreifaltigkeitskirche (das ist die Gründungskirche des BVB 09, die Red.) erzählte, war die „halbe Miete” – ein Interview mit ihm – schon unter Dach und Fach. Karsten Haug wiederum hatte gute Kontakte zum BVB-Archivar und früheren Pressesprecher der Stadt Dortmund, Gerd Kolbe. Ein Leichtes, auch von seinem enormen Wissen zu profitieren. Zwei Grundmodule, die wichtige Inhalte für die Arbeit lieferten, waren aktiviert.

Interview mit Karsten Haug (Foto: Privat)

Der Rest war wahrlich eine Fleißarbeit, die von Dezember 2016 bis Februar 2017 dauerte – natürlich neben dem normalen Schulunterricht und unter Einbuße der eigenen Freizeitinteressen. Heraus gekommen ist dabei nicht nur eine umfangreiche textliche Präsentation des Themas, sondern die Schüler haben sich noch etwas ganz besonderes einfallen lassen. „Handlungsleitend für uns war die Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, die Informationen, die wir bei unseren Recherchen herausgefunden haben, auf spielerische Art zu vermitteln.“ Damit verweist Jan auf den zweiten Teil ihres Arbeitsergebnisses: ein waschechtes Brettspiel. „Anders als bei einer App haben die Spieler nun etwas Greifbares auf dem Tisch”, ergänzt Vincent.

Ob die Absicht der drei Jungen tatsächlich realisiert wird, d.h. ob dieses Spiel sich durchsetzen wird, ob das Spiel vielleicht noch eine technische Weiterentwicklung als Computerspiel erfährt, konnten die Entwickler noch nicht genau beantworten. Auf jeden Fall sollen die Überlegungen auch nach Abschluss des Wettbewerbs weitergehen. Wie und mit welchen Schwerpunkten ist derzeit noch offen.

Zunächst beginnt jetzt wieder das neue Schuljahr, und das wird erst einmal die volle Aufmerksamkeit fordern. Aber wer erlebt, mit welcher Begeisterung Paul, Vincent und Jan über ihr Projekt erzählen, vor allem über die vielfältigen positiven Erfahrungen, die sie bei der gemeinsamen Arbeit gemacht haben, nimmt ihnen ab, dass sie sich mit ihren Talenten und mit ihrer Ausdauer demnächst nicht nur auf den Schulalltag konzentrieren, sondern auch mit weiteren ähnlichen Projekten beschäftigen wollen.

Auch Gerd Kolbe war eine wertvolle Hilfe (Foto: Privat)

Ob es vorzeigbare Ergebnisse gibt und wie die aussehen, darüber gibt es bisher nur vage Vorstellungen. Deswegen sollten unsere Leser gespannt die weitere Entwicklung begleiten.

Kurztext der Landessiegerarbeit:

Als begeisterte Sportfans waren sich die drei Schüler schnell einig, wovon ihr Wettbewerbsbeitrag handeln sollte – Fußball. Neben der Entwicklung eines Quiz‘ beleuchtet der schriftliche Beitrag das Verhältnis der katholischen Kirche zum Fußballverein Borussia Dortmund. Im Fokus steht die Leitfrage: Wie verhielt sich die katholische Kirche in der Gründungszeit zum Fußballverein und wie ist das Verhältnis heute? Um dies zu beantworten, trafen sich die drei Sechstklässler mit dem BVB-Archivar Gerd Kolbe sowie dem BVB- Pastor Karsten Haug. Im Jahr 1909 wurde der ›Ballspielverein Borussia 09 Dortmund‹ gegründet. Zu die- sem Zeitpunkt lehnte die Kirche dies ab. Durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges näherten sich die Kirche und der Verein über soziale Arbeit an. Heute spendet der Fußballverein jedes Jahr für die Dreifaltigkeitsgemeinde. Als Dank hält die Gemeinde vor wichtigen Spielen Gottesdienste ab, die dem Team Glück bringen sollen.

Zahlen und Fakten zum Wettbewerb

Bundesweit beteiligten sich 5.064 Kinder und Jugendliche bei der aktuellen Runde des Geschichtswettbewerbs und reichten insgesamt 1.639 Beiträge ein. Von der 1. Klasse bis zu jungen Studierenden, von Einzelteilnehmern bis zu Gruppenbeiträgen mit 51 Teilnehmenden, von der Grundschule bis zur Berufsschule – Die Vielfalt der Arbeiten und Projekte ist groß. Rund 700 Tutorinnen und Tutoren begleiteten die jungen Spurensucher bei ihrer Forschungsarbeit.

Die Körber-Stiftung lobt 550 Geldpreise auf Bundes- und Landesebene aus. Die Auszeichnung der besten Arbeiten in den Bundesländern erfolgt auf den Landespreisverleihungen. Die 250 Landessieger im Wettbewerb haben anschließend die Chance, auch einen von 50 Bundespreisen zu erringen. Die Erstpreisträger werden vom Bundespräsidenten persönlich in Schloss Bellevue ausgezeichnet. Prämiert wird auch die erfolgreichste Schule in jedem Bundesland.

Im Sommer 2017 wurden in allen Bundesländern die besten Beiträge ausgezeichnet. So erhielten unsere HHG-Schüler am 03.07.2017 ihre Landes-Siegerurkunde im Haus der Geschichte in Bonn überreicht. Mit großer Spannung warten sie auf das Ergebnis des nun folgenden Bundeswettbewerbs und hoffen auf den Bundessieg. MENGEDE:InTakt! drückt hierzu ganz fest die Daumen.

Hinweis: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken.
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