Wandern statt radeln mit dem Heimatverein

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Die achte und letzte Etappe auf dem Emscher-Park-Weg

Beim turnusmäßigen Wandertag des Heimatvereins am ersten Donnerstag im Monat (7.9.) wurde die letzte Etappe des rund 130 km langen Emscher- Park- Weges unter die Wanderschuhe genommen. Damit haben wir das Ruhrgebiet entlang der Emscher, der Lippe und diverser Kanäle zu Fuß durchquert.

Der Start am Mengeder Bahnhof verlief ziemlich holperig, denn wegen der aktuellen Gleisarbeiten änderte sich das Abfahrtsgleis. Da weder eine Absperrung vorhanden war noch eine Durchsage erfolgte, bemerkten wir den Fehler erst bei der Einfahrt des Zuges in den Nachbarbahnsteig. Obwohl wir versuchten den anderen Bahnsteig noch zu erreichen, fuhr der Zugführer pünktlich ab, und wir jagten mit den anderen Fahrgästen (darunter eine ganze Schulklasse) den Zug aus dem Bahnhof. Dadurch verpassten wir den Anschluss und kamen gut 20 Minuten zu spät in Lünen an. Natürlich waren wir ziemlich sauer bis stinkig.

Am Lüner Bahnhof wurde unsere Gruppe mit fünf Lüner Wanderfreunden komplettiert, so dass die achte Etappe mit elf Teilnehmern angegangen werden konnte.
Vom Bahnhof liefen wir über den Lippedamm zur Seseke und weiter zum Schloss Schwansbell, mit seiner schönen Garteninsel. In der Parkanlage sind mehrere ausgefallene Baumarten aus Nordamerika und Südeuropa zu bewundern. Dieses alte westfälische Wasserschloss entstand in seiner heutigen Form in den 1870-er Jahren und war im Mittelalter (seit 1187) der Rittersitz der Herren von Schwansbell.

  

Nach einem Blick auf den Seepark, der im Rahmen der Landesgartenschau 1996 auf dem Gelände der Zeche Preußen entstand, kamen wir an den Datteln-Hamm-Kanal. Natürlich machten wir auch einen Abstecher zu der sogenannten „Kommunistenkurve“. Hier sind neun Skulpturen mehr oder weniger bekannter „verdienter“ Kommunisten eingegraben. Lenin ist gut zu erkennen, die restlichen waren wohl Generäle, Wortführer oder Vordenker. Diese Figuren waren nach dem Ende der UDSSR zum Einschmelzen nach Lünen gekommen und eingemottet worden. Wiederentdeckt entstand diese Erinnerungskurve mit Seltenheitswert.

Durch Beckinghausen erreichten wir gegen 12 Uhr das ehemalige Römerkastell Oberaden. Am nachgebauten Amphitheater legten wir unsere erste Verpflegungspause ein. Ausgeruht und gestärkt ging es weiter zur Berghalde „Großes Holz“. Die Halde entstand durch die Lagerung von Abraum der Bergwerke Haus Aden und Monopol. Über den sogenannten Korridorpark, eine drei Kilometer lange Serpentine, kann man die ca. 150 Meter hohe Halde überqueren. Über 300 Treppenstufen verkürzen diesen Weg erheblich.

Bepflanzt wurde sie bewusst mit blau blühenden Pflanzen. Beim Aufstieg und auf der Aussichtsplattform erklärte uns „unser“ Naturkundler Jochen Heinrich die große Vielfalt der Flora und Fauna, die mit der Rückeroberung der Natur hier entstanden ist. Dabei entdeckten wir auch den „Kleinen Sonnenröschen- Bläuling“ (Aricia agestis). Diese Art steht auf der roten Liste und gilt als stark gefährdet.

Die Aussicht auf der Gipfelplattform war gewaltig, auch wenn es etwas diesig war. Danach ging es an den Abstieg, der für die drei Teilnehmer „mit Knie“ ziemlich beschwerlich wurde. Nach kurzer Zeit erreichten wir Bergkamen mit seinem gewaltigen Rathaus und dem riesigen Einkaufszentrum. Die Strecke durch die viel befahrene City war sicherlich der unangenehmste Teil unserer heutigen Wanderung. In einer Bäckerei stand hier die zweite Pause an und wir stärkten uns bei Kaffee und Kuchen für die letzten sieben Kilometer.

Auf einer ehemaligen Bahntrasse, vorbei am Wohn- und Technologiepark Monopol, erreichten wir den Bahnhof in Kamen. Auch hier gelang es uns, den Zug um Minuten zu verpassen. Zwanzig Minuten später konnten wir dann mit dem RE 3 direkt nach Mengede fahren, wo wir um 18:15 Uhr ankamen. Mit über 20 Kilometern gehörte diese Etappe sicher zu den anspruchsvolleren Teilstücken, auch wegen der Bergprüfungen an der Halde Großes Holz.

Einmal mehr spielte das Wetter mit. Nach der Ankunft in Lünen hörte der leichte Nieselregen auf und es war den ganzen Tag trocken. Bei angenehmen Temperaturen war dieses letzte Teilstück auf dem Emscher Park Weg erneut rundum gelungen.

Der nächste Wandertag ist am 1. Donnerstag im Oktober, also am 5.10. 2017. Dann will Diethelm Textoris den Rundweg um Dortmund angehen. Die erste Etappe geht bis Lütgendortmund / Bövinghausen. Start ist um 9 Uhr am Heimathaus.

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