Hände weg vom Groppenbruch – und nicht noch mehr Lkw!

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Bezirksvertretung sendet klares Signal an Wirtschaftsförderung

Die Königsheide – stark befahrene Durchgangsstraße im Groppenbruch, würde durch zusätzliches Gewerbe noch mehr belastet.

Keinen Freiraum für Industrieansiedlung opfern, nicht noch mehr Logistikfirmen! Ein so deutliches Nein zu den Plänen der Dortmunder Wirtschaftsförderung gab es im Amtshaus selten. Alle Fraktionen der Bezirksvertretung lehnen die Vorstellungen der Stadt zur Entwicklung von Industrie- und Gewerbeflächen ab. Die Gründe sind gewichtig: Nach wie vor beharrt man im Rathaus auf einer interkommunalen Gewerbegebiet Groppenbruch, obwohl schon vor Jahren Bürger und Lokalpolitik dagegen protestierten.

Knepper-Gelände ist zu schade für Logistik-Betriebe

Eine Industriebrache mit Potential: Knepper ist zu schade für Logistiker, meinen die Mengeder.

Sorge bereitet auch die Zukunft des ehemaligen Knepper-Geländes, das noch 2016 als „Möglichkeitsraum“ im „Nordwärts“-Projekt genannt wurde und nun laut Wirtschaftsförderung als Standort für Industrie und Logistik in Frage kommt. Letzteres wird in Mengede kritisch gesehen, weil der Stadtbezirk bereits die meisten Lkw-Fahrten in Dortmund verkraften muss.

70,5 Prozent der 168 Hektar gewerblich genutzter Flächen des Nordwestens werden derzeit schon von Logistik-Firmen genutzt. Die Gesamtstadt begnügt sich mit 34,4 Prozent. Die Kommentare der Lokalpolitiker ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Dieter McDevitt (Linke/Piraten): „Wir sind nicht die Schmutzhalde Dortmunds. Was nützen Millionen für Westerfilde, wenn hier wieder nur schlecht bezahlte Arbeitsplätze entstehen.“

Grünen-Sprecherin Isabella Knappmann: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass an anderen Orten alte Industriebrachen in Naturschutzflächen verwandelt werden, aber der Groppenbruch zur Industriefläche werden soll.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Farnung beklagte, dass „andere über unsere Köpfe hinweg entscheiden.“

Die SPD-Fraktion, die zunächst die Empfehlung – versehen mit Kritik und Vorschlägen der Bezirksvertretung – weiterleiten wollte, ließ sich diesmal von den anderen Fraktionen zur klaren Ablehnung überreden. Der Bündnisgrüne Axel Kunstmann meinte, er habe den Eindruck, „dass unsere üblichen Anmerkungen im Rathaus offenbar nicht gelesen werden und man die Empfehlung missversteht.“ Diesem Argument schloss sich auch die sozialdemokratische Mehrheitsfraktion an.

Haldenaufschüttung wird bis 2018 fortgesetzt

Zur Halde Groppenbruch stellte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zudem eine Anfrage, die an die Verwaltung weitergeleitet wurde. Bei einer Ortsbegehung mit Vertretern des Naturschutzbundes (NABU), der Groppenbruch-Initiative, den Jagdpächtern sowie eines Mitarbeiters der RAG Montan Immobilien habe man folgende Informationen erhalten:

Die Halde solle in Kürze mit den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen an den Regionalverband Ruhr (RVR) verkauft werden.

Das im Zuge der Flächenentwicklung beschlossene Bepflanzungskonzept werde nicht realisiert.

Eine weitere Windenergieanlage werde nicht ausgeschlossen.

Die Aufschüttung werde fortgesetzt. Die Emschergenossenschaft beabsichtige, den bei den Arbeiten am Hochwasserrückhaltebecken anfallenden Erdaushub weiter aufzukippen. Erst 2018 sei mit der Fertigstellung zu rechnen.

Statt Windrad lieber Wildblumenwiese mit Solaranlage

Wildblumenwiesen, wie diese auf der Halde Ellinghausen, sind auch für die Halde Groppenbruch gewünscht.

Die Grünen bitten darum, folgende Alternativen zu prüfen:

Die Halde so zu erhalten, wie sie ist und nur durch Beweidung zu pflegen, um Bodenbrütern dauerhaft Raum zu geben. Das empfiehlt der NABU. Die jetzige Vegetation biete zahlreichen Vogel- und Schmetterlingsarten Lebensraum.

Die Windkraftanlage wird wegen der belegten Zugvogelroute abgelehnt. Stattdessen sei eine Solaranlage in einem Wildblumengelände zu bevorzugen.

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