„Breisenbachstraße braucht keinen neuen Namen“

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Anwohner wollen Adresse behalten – nun Suche nach Kompromiss

Das Schild Breisenbachstraße führt hier Richtung Gewerbegebiet.

„Seit über 30 Jahren werden wir von allen gefunden, von der Post, Lieferanten und auch Rettungsfahrzeugen! Warum jetzt etwas ändern?“ Ihre Adresse soll bleiben wie sie ist: Anwohner der Breisenbachstraße plädierten jetzt im Rahmen der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung unmissverständlich für die Beibehaltung des bisherigen Namens.

Die Oestricher Breisenbachstraße vollführt in der Tat einen weiten Bogen, der zum großen Teil durch das Gewerbegebiet führt, erschließt aber auch einen Teil des angrenzenden Wohngebietes gegenüber. Dort teilt sie sich in kleinere Stichstraßen auf. Dieser Bereich, der direkt am schnellsten über die Straße „Am Kammerstück“ erreichbar ist, war es, der umbenannt werden sollte – vielleicht in „Hampskamp“, so ein Vorschlag. Fahrer von Rettungsfahrzeugen hatten offenbar beklagt, dass sie in Notfällen zu viel Zeit aufwenden mussten, um die richtigen Hausnummern zu finden.

Die Anlieger selbst sehen jedoch eher das Problem in einem Wechsel des Straßennamens. Eine solche Maßnahme verursache zusätzliche Kosten und Aufwand. Nach den Hausnummern müsse in jedem Fall gesucht werden. „Als wir einmal Pflaster für eine Renovierung direkt in den Niederlanden bestellt haben, hat uns der Fahrer auch gefunden,“ so einer der Anwohner. Was ein holländischer Lkw-Fahrer schaffe, müssten ortsansässige Fahrer von Krankenwagen ebenfalls hinkriegen. „Oder haben die keine Navigationsgeräte?“

Rettungssanitäter stehen unter mehr Zeitdruck als Paketboten

Auf der anderen Seite der Straße „Am Kammerstück“ geht die Breisenbachstraße weiter, in mehreren Stichstraßen und erschließt ein reines Wohngebiet.

CDU-Bezirksvertreter Andreas Flur, selbst aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr, gab zu bedenken, dass Lieferanten, die ein Paket abliefern wollen, nicht unter dem gleichen Zeitdruck stehen, wie Rettungssanitäter in einem Notfall: „Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Sie selbst dringend auf Hilfe angewiesen sind.“

Einer der Anwohner machte einen Kompromissvorschlag: Betrachte man die Situation vor Ort, so müsse man eingestehen, dass es schwierig sei, auf Anhieb zu erkennen, dass die Hauptzufahrt zu den Privatadressen Breisenbachstraße über „Am Kammerstück“ gehe. Vielleicht reiche es, hier einfach eine größere und deutlichere Beschilderung anzubringen?

Die Bezirksvertretung beschloss, die eigentlich vorgesehene Änderung des Straßennamens auszusetzen und stattdessen Vertreter der Feuerwehr und der Fachämter zu einem Ortstermin zu bitten, um gemeinsam mit den Anwohnern eine Lösung zu finden.

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