Tief durchatmen – nicht immer ein guter Rat

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BV fordert Messtellen zur Luftqualität im Nordwesten

Riesen-Lkw und insgesamt hohes Verkehrsaufkommen gibt es täglich an der BAB-Auf- und Abfahrt Königshalt.

Tief durchatmen – das ist in Dortmund an stark befahrenen Durchgangsstraßen kein guter Rat. Im Bericht des Umweltamtes zur Luftbelastung 2016 zieht das Umweltamt eine wenig ermutigende Bilanz: Fast überall wird der Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO₂) deutlich überschritten. Der Grenzwert bei Feinstaub wird allerdings seit 2012 eingehalten. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) betreibt 5 Messstationen; die Stadt misst die Luftbelastung an 31 Orten. Der Stadtbezirk Mengede gehört nicht dazu, obwohl er im Vergleich zu anderen besonders viel Lkw-Verkehr verkraften muss.Die Bezirksvertretung (BV) möchte, dass in dieser Hinsicht Klarheit geschaffen wird und fordert vier Messstationen auf Mengeder Gebiet.

Nachmittagsstau am Kreuz Castrop-Rauxel-Ost, direkt dahinter das Kreuz Dortmund-Nordwest: drei Autobahnen stoßen hier zusammen.

Bündnisgrünen-Sprecherin Isabella Knappmann schlug drei Standorte vor, die wahrscheinlich höhere Konzentrationen von Luftschadstoffen aufweisen könnten: Die BAB-Auf- und Abfahrt (Castrop-Rauxel-Ost)am Königshalt, wo mit A 45, A 42 und der A 2 einen Kilometer weiter drei Autobahnen aufeinander treffen, den Mengeder Ortskern und die durch Lkw-Durchgangsverkehr belastete Bodelschwingher Straße. Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch brachte einen vierten Messpunkt ins Spiel – das Ende der Emscherallee. Das Stadtbezirksoberhaupt war allerdings wenig optimistisch im Hinblick auf den Erfolg der Mengeder Wunschliste, die der bloßen „Kenntnisnahme“ des Berichts einstimmig hinzugefügt wurde:“Wir haben diese Anträge schon gestellt und sind damit gescheitert.“ SPD-Sprecherin Gudrun Feldmann: „Die Begründung war: Wir haben derzeit keine Messgeräte.“

Was macht eigentlich die „Nordspange“?

Zum Thema „Dicke Luft“ und der Zunahme des Lkw-Verkehrs gab es auch einen Antrag der Sozialdemokraten. Die Verwaltung wird gebeten, über den Planungsstand der „Nordspange“ zu berichten. Hinter diesem Begriff verbirgt sich das Ziel, eine Verbindung zwischen den Gewerbegebieten im Nordwesten zu schaffen, um den Lkw-Durchgangsverkehr aufzunehmen und Wohngebiete zu entlasten. Die SPD-Fraktion kritisiert, mit Inbetriebnahme der Anlage für Kombinierten Verkehr (KV) in Huckarde sei ein erhöhtes Aufkommen auf der Emscherallee und in den Ortsteilen des Nordwestens zu beobachten.

CDU-Sprecher Joachim Farnung unterstützte den Antrag mit offener Sympathie. Die CDU sei immer für die „Nordumgehung Bodelschwingh“ gewesen, (so hieß das Projekt früher, d. Red.) die bereits vor Jahrzehnten im Gespräch war. Auch hier gab es einhellige Zustimmung.

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