Kurz & bündig: Neue Ideen – Eine Kolumne von U. Lang

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Neue Ideen braucht das Land

Die AfD ist im Bundestag. Jetzt können wir uns auf einiges gefasst machen. Allerdings nicht auf inhaltliche Arbeit, eher werden die mit einer Menge an Tabubrüchen versuchen, das Klima im Lande und in den Parlamenten zu vergiften. Es bleibt zu hoffen, dass die übrigen gewählten Abgeordneten deutlich, aber gelassen reagieren und nicht wie die Fernsehanstalten, über „jedes Stöckchen springen“.

12 % haben die AfD gewählt, das ist nicht viel und man sollte das Ergebnis nicht überbewerten. Allerdings sollte man es auch nicht durch „Scheinergebnisse“ bei den Umfragen verharmlosen. Dort hieß es nämlich, mehr als 50 % hätten die AfD nur aus Protest gegen die „Altparteien“ gewählt, weil sie sich von diesen nicht wahrgenommen gefühlt hätten. Ein solches Befragungsergebnis – und daraus möglicherweise die Hoffnung abzuleiten, in Wirklichkeit handele es bei tatsächlichen Anhängern der AfD nur um gerade mal 6 % – macht die Fragwürdigkeit derartiger Erhebungen deutlich. Es ist doch wohl kaum damit zu rechnen, das jemand nach erfolgter Stimmabgabe auf die Frage, warum er AfD gewählt habe, antwortet: „Die AfD gefällt mir.“

Klaus Commer – der frühere Presssprecher der TU Dortmund hat kürzlich auf MENGEDE:InTakt! darüber nachgedacht, warum eigentlich nicht die CDU in die Opposition geschickt und die Parteien SPD, FDP, Die Grünen und Die Linke in Koalitionsverhandlungen treten würden. Schwieriger als derzeit würde das vermutlich auch nicht werden – sollte eine Einigung dabei herauskommen, wäre das Ergebnis vermutlich nicht risikoreicher, als das einer Jamaika-Koalition.

Kurzum: Ideen sind gefordert, deswegen sollten die „Altparteien“ sich nicht allzu lange mit der AfD auseinandersetzen, sondern alle Energie auf das Zustandebringen einer Koalition (Jamaika) bzw. auf die grundsätzliche Erneuerung (SPD und Die Linke) verwenden. Für die SPD ist diese Aufgabe erheblich schwieriger zu lösen, aber sie ist jedenfalls zukunftsträchtiger, als weiterhin den  Juniorpartner in einer Großen Koalition zu mimen.

Wenn Marco Bülow, das alte und neugewählte Mitglied des Bundestages aus Dortmund fordert, die SPD müsse sich demokratisch erneuern, was bedeutet: „Schluss mit den einsamen Entscheidungen in den Hinterzimmern der Macht“, dann gilt das nicht nur für die SPD-Spitze, sondern auch für die SPD-Oberen in Ländern und Kommunen. Dort überall ist dummerweise das Personal in weiten Teilen das alte geblieben. Ob es mit diesen Mandatsträgern und Amtsinhabern gelingen wird, ein Programm für die Zukunft der SPD, die Republik und vor allem für Europa zu entwickeln, das ist im Augenblick zu bezweifeln. Woher kommt die Skepsis? Klare Antwort: Es fehlt der Mut zum Risiko! Selbst beim politischen Nachwuchs merkelt es allerorten.

*  Uli Lang ist Chef des Hotel-Restaurants Mengeder Volksgarten. Er war lange Jahre in Nette Inhaber der „Sportklause“, bevor er Anfang 2015 den Mengeder Volksgarten übernommen hat. Als Hotelier, aber vor allem als „Budiker“ kommt er mit vielen Menschen zusammen, Menschen die meist auch eine Meinung zum Tagesgeschehen haben – egal, ob es sich um Kunst und Kultur, Sport oder Politik handelt. Wer soviel hört, weiß auch viel zu erzählen.
MENGEDE:InTakt! hat ihn gebeten, in unregelmäßigen Abständen unter der Überschrift: „Kurz & bündig“ eine Kolumne zu verfassen.
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