Zukunft des Groppenbruch? Stochern im Nebel

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Wirtschafts- vs. Naturinteressen im Kampf um die Bergehalde

Die Königsheide gehört zum Groppenbruch, leider auch zu seinen Problemen.

Die Zukunft der Halde Groppenbruch scheint nach wie vor ungewiss. Die Nachricht, der Regionalverband Ruhr (RVR) beabsichtige, der Ruhrkohle AG das Gelände abzukaufen, macht Lokalpolitiker im Stadtbezirk nervös. Welche Pläne verfolgt der Siedlungsverband? In der Oktobersitzung leitete die Bezirksvertretung einstimmig eine entsprechende Anfrage der Fraktion Die Linke & Piraten an die Verwaltung weiter.Um mehr zu erfahren, laden die Mengeder einen Vertreter des RVR ins Amtshaus ein. Der Berichterstatter soll die Pläne des Verbandes für die Haldenfläche darlegen. Zudem beschäftigt man sich im Amtshaus mit der Frage, welche Einflussmöglichkeiten dem Bezirksparlament im Hinblick auf Gestaltung und Nutzung in diesem Falle dann noch blieben. Immerhin übernimmt der bereits 1920 als Siedlungsverband Rohrkohlenbezirk gegründete heutige RVR weitreichende Planungsaufgaben.

Schon der Ist-Zustand lässt Bürger verzweifeln

Schon der Ist-Zustand der Halde und die Verhältnissse auf der angrenzenden Landstraße Königsheide bereiten den Groppenbruchern seit langem Kummer. Dem machten sie in der BV-Sitzung am 1. März dieses Jahres in der Einwohnerfragestunde Luft: Motorradtreffen auf dem Haldengelände, nächtliche Schießübungen, Rudel freilaufender Hunde und jede Woche aufs Neue die Ablagerung großer Mengen zum Teil bedenklicher, schadstoffhaltiger Abfälle am Straßenrand und auf der Halde lassen die Anwohner verzweifeln. Sechsmal pro Jahr werde hier durch Freiwillige alles eingesammelt; dann müsse die EDG anrücken, um die Müllberge abzutransportieren. Hinzu komme, dass die Königsheide, trotz verordneter Höchstgeschwindigkeit 50 km/h, weiterhin zu schnell befahren wird, was sich in zahlreichen Wildunfällen ausdrücke (siehe unseren Bericht vom 2. März).

Wahre Müllberge werden bis zu sechsmal pro Jahr von Freiwilligen gesammelt.

Das Bezirksparlament unterstützte die Beschwerden der Bürger mit einem gemeinsamen Antrag. Darauf gab es jetzt eine Antwort von Baudezernent Martin Lürwer. Er habe die zuständige Grundstückseigentümerin, die Ruhrkohle AG Montan Immobilien GmbH um eine Stellungnahme gebeten. Darin erklärt ein Unternehmenssprecher, die illegale Entsorgung von Müll im Umfeld der Bergehalde sei zwar wiederholt festgestellt worden, doch Zufahrtsbeschränkungen hätten keine Verbesserung gebracht, „da immer wieder alternative Orte zur Ablagerung gewählt wurden.“

Von Schießübungen und geführten Motorradtouren wisse man nichts, so die RAG-Tochtergesellschaft in der Stellungnahme. Dass man die Haldenfläche nicht betreten dürfe, sei durch Schilder verdeutlicht. Eine Einzäunung des Geländes lehnt das Unternehmen ab, „da keine Gefahren von der Fläche ausgehen und dies daher unverhältnismäßig wäre.“ Die Kritik von Jägern, die RAG habe die gesamte Haldenfläche gemäht und damit den dort lebenden, am Boden brütenden Vogelarten jedwede Deckung entzogen, wurde so beantwortet:“ Das Mähen der Fläche wurde durch uns veranlasst, da die Bauarbeiten zur Endgestaltung der Bergehalde Groppenbruch noch nicht vollständig abgeschlossen sind. Derzeit wird überprüft, ob eine Windkraftanlage auf der Halde möglich ist. Falls keine Windkraftanlage errichtet werden kann, ist es vorgesehen, die restlichen Wegebau- und Entwässerungsarbeiten im Jahre 2018 abzuschließen.“

Schließung des Brockenscheidter Weges könnte helfen

Was macht man, wenn Pfosten die Durchfahrt versperren? Man nutzt sie als Stapelhilfe für alte Autoreifen…

Dass die von Groppenbruchern angeregte Schließung des Brockenscheidter Weges für den öffentlichen Straßenverkehr eine Verbesserung der Situation bringen würde, meinen auch die RAG und die Stadt Dortmund. Martin Lürwer:“ Nach der Einmündung der Straße Königsheide geht vom Brockenscheidter Weg auf der rechten Seite ein Stichweg in Richtung Bergehalde ab.“ Hier seien bereits drei Pfosten installiert. Folge man dem eigentlichen Brockenscheidter Weg, gelangt man zu diversen Einrichtungen der Emschergenossenschaft. Um deren Mitarbeitern die weitere Zufahrt zu ermöglichen , seien keine zusätzlichen Abpfostungen möglich. Stattdessen habe die Stadt eine Beschilderung veranlasst, welche die Durchfahrt mit Fahrzeugen aller Art untersagt. Lürwer: „Ich hoffe, damit dem Problem der illegalen Müllablagerung wirksam zu begegnen.“

Bereits in der Septembersitzung hatte die BV eine Mitteilung von Planungsdezernent Ludger Wilde zur Kenntnis genommen. Darin heißt es unter anderem, die „restlichen Bauleistungen und Pflanzarbeiten“ sollten laut RAG Anfang 2018 ausgeschrieben werden. Je nach Witterung könne man dann im Frühjahr mit dem Wegebau beginnen und im Herbst zusammen mit den Pflanzarbeiten abschließen.

Während der Septembersitzung hatte allerdings die städtische Planung zur Entwicklung der Wirtschaftsflächen für Ärger gesorgt und war von dem Gremium u. a. deswegen abgelehnt worden, weil der Groppenbruch darin trotz des seit Jahren deutlichen Protestes der Bürger immer noch weiter als mögliches Industriegebiet ausgewiesen ist.

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