Musik im Amtshaus – Cello und Piano

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Anouchka und Katharina Hack

Vielfältig und qualitativ hochwertig ist das Programm in der Reihe „Musik im Amtshaus“. Das zeigte sich wieder am vergangenen Samstag, als die künstlerische Leiterin Elisabeth Sedlack-Zeidler zwei junge Solistinnen präsentieren konnte, die, obwohl sie ihr Musikstudium in Lübeck noch nicht abgeschlossen haben, auf renommierten Konzertbühnen wie dem Beethovenhaus in Bonn zu Hause sind und schon mehrfach ausgezeichnet wurden.

Ganz besonders freute es sie, dass die Geschwister Anouchka (21) und Katharina Hack (23) „in der Konzertstadt Dortmund zu Hause sind.“

„Trotz ihrer Jugend ist wilder Schnick-Schnack nicht ihre Sache, dafür glänzen die Künstlerinnen mit schnörkelloser musikalischer Frische“, versprach die Konzertankündigung. Genau das traf auch zu. Sie begannen mit einem Werk, geschrieben in der spätromantischen Tradition, mit der Sonate für Violoncello und Klavier in d-Moll von Dmitrij Schostakowitsch, die Anfang 1934 entstanden ist. Bereits bei den ersten Tönen des „Allegro moderato“ zeigte sich, wie harmonisch der Einklang zwischen Katharina am Klavier und Anouchka am Cello war. Da reichten ein kurzer Blick oder ein Kopfnicken zur Verständigung. Da wechselten sich die Instrumente ab, da ergänzten sie sich wie z.B. bei den kurzen Pizzicato Passagen, da schienen sie manchmal zu einem Instrument zu verschmelzen.

Anouchka Hack schien immer wieder in ihrer Musik zu versinken.

Eindrucksvoll war es auch, Mienenspiel und Kopfbewegungen von Anouchka zu beobachten, die in ihrer Musik zu versinken schien. Beeindruckt vom Spiel der Geschwister, in dem sowohl die im Werk liegende unendliche melodische Weite als auch die vom Komponisten gefühlte Bedrohung (er wurde 1936 von Stalin zum verfehmten Komponisten erklärt) zum Ausdruck kamen, erklärte eine Zuhörerin: „Ich habe mich nie für Schostakowitsch interessiert, aber jetzt werde ich mich intensiv mit ihm befassen.“

Als zweiten Ohrenschmaus brachten die Solistinnen die Fantasiestücke op. 73 von Robert Schumann. Sie präsentierten sie so, wie sie überschrieben waren: Den Teil 1 „Zart und mit Ausdruck“, Teil 2 „Lebhaft und leicht“ und beim dritten Teil „Rasch und mit Feuer“ spürte man, dass in ihnen das Feuer der Jugend brannte. Dabei trafen sie den von Schumann gewünschten „Volkston“ punktgenau, denn schließlich sollten die Fantasien der demokratisch bewegten Öffentlichkeit um 1848 musikalische Kunst in einfacher und verständlicher Form bieten.

Das Programm klang aus mit der Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 e-Moll, op. 38 von Johannes Brahms. Bemerkenswert an dieser ersten Cellosonate des großen Komponisten ist schon ihre Tonart: Werke in e-Moll finden sich im großen Spektrum der Sonaten nur äußerst selten. Dabei verstanden es die Künstlerinnen, wie schon bei den vorherigen Werken, die verschiedenen Charaktere der einzelnen Sätze differenziert herauszuholen: Beeindruckend das Allegro mit Menuettcharakter in dieser Instrumentierung, da man Menuette normalerweise mit anderen Instrumenten im Ohr hat, und im finalen Allegro dann die ständige Steigerung bis zum letzten Ton.

Anouchka (li) und Katharina Hack nahmen dankbar den lang anhaltenden Applaus entgegen. „Vielen Dank für den stimmungsvollen Abend im schönen Amtshaus Mengede“, schrieben sie ins Gästebuch.

Mit einem langen Schlussapplaus verabschiedeten die etwa 70 Zuhörer im übervollen Amtshaussaal die beiden hervorragenden Künstlerinnen, die sich ihrerseits mit einer Miniatur als Zugabe revanchierten. Sichtlich angetan von dem Glücksgriff seiner künstlerischen Leiterin war Michael Konrad vom Stadtbezirksmarketing Mengede, der zusammen mit dem Kulturzentrum Mengede als Veranstalter und mit Unterstützung von Sponsoren diesen Konzertabend angeboten hatte. So bekamen die Künstlerinnen neben dem „dicken“ Lob auch einen ebensolchen Blumenstrauß. Auch die junge Rebecca Töpfer, die an der Seite von Katharina Hack das Konzert nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit den Augen auf dem Notenblatt verfolgt hatte und immer zum richtigen Zeitpunkt umblätterte, wurde mit Rosen bedacht.

Ein Blumenstrauß für jede der Künstlerinnen.

Ein Zuhörerin wandte sich über das Gästebuch direkt an die Solistinnen: „Liebe Katharina und Anouschka. Vielen Dank für diesen schönen, fulminanten Abend. Ich habe mich sehr über das tolle Programm und eure Darbietung gefreut.“

 

 

 

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