Enttäuscht über Volksgarten-Bericht

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Bezirksvertretung monierte zu viele offene Fragen

Hie ändert sich nichts: Bei den Umbauten bleibt das Volksgartenrestaurant unangetastet.

Wie geht es weiter mit dem Volksgarten? Die kurzfristige Änderung der Tagesordnung trug offenbar mit dazu bei, dass die Zuhörerplätze im Sitzungssaal des Amtshauses gut besetzt waren.

Stadtgrün-Referentin Petra Locker schilderte der Bezirksvertretung, wie weit die im „Nordwärts“-Projekt enthaltene Umgestaltung und Sanierung inzwischen gediehen ist und welche Schritte noch bis zur Fertigstellung nötig sind. Was die Berichterstatterin dem Gremium vorstellte, stieß jedoch auf scharfe Kritik der Mengeder: Zu wenig Konkretes, kein genauer Zeitrahmen – und wie soll es mit den Veranstaltungen in nächster Zeit weitergehen, wenn dafür nicht mal mehr ein Stromanschluss vorhanden ist? Locker gestand, sie könne den Unmut verstehen und nehme die Kritik an, erläuterte aber auch: „Ich bin für einen mündlichen Bericht eingeladen worden und nicht für eine detaillierte Präsentation.“

Ein Teil der geplanten Vorhaben sei bereits abgeschlossen, z. B. die Wiederaufforstung, die Sanierung der Wege, die Beleuchtung, die Renovierung der Boule-Anlage und die Baumpflanzung im Zusammenhang mit Heimatwald und der angrenzenden Allee. Die Erneuerung des kaputten Eingangstores sei nötig; neue Bänke und Abfallbehälter würden demnächst aufgestellt. Der Abwasserkanal sei in Planung und soll 2018 realisiert werden. Es sei wegen des Emscher-Umbaues zu Verzögerungen gekommen. Die restlichen Arbeiten seien für 2018 bzw. bis 2019 vorgesehen. Die neue Strom- und Frischwasserversorgung könne erst installiert werden, wenn die anderen Arbeiten erledigt seien, also voraussichtlich 2019.

Stromversorgung wird abgebaut – und dann?

Der gesamte Eingangsbereich werde neu gestaltet, erst danach könne der Abstellplatz für Fahrräder realisiert werden. Die Planung für den Parkplatz sei fertig. Wenn die Mittel bereit ständen, könne er gebaut werden, so Locker. Die Toiletten seien behindertengerecht geplant; der vom Behindertenpolitischen Netzwerk gewünschte Wickelraum allerdings nicht vorgesehen. Rat der Referentin: „Sie könnten ihn ja beantragen.“

Verzögerungen beim Emscher-Umbau bremsen auch das Tempo bei Arbeiten im Volksgarten.

Tim Kock vom Mengeder Ferienspaß berichtete, der geforderte Abbau der Container im Eingangsbereich mache Fortschritte. Er gab zu bedenken, dass die bisherige Stromversorgung an diese Container gekoppelt gewesen sei. Sie werde daher mit abgebaut. Auf die Fragen der Bezirksvertreter, was man im kommenden Jahr zu tun gedenke, um die regelmäßig im Volksgarten stattfindenden Feste trotzdem zu ermöglichen, versprach Petra Locker, es werde eine provisorische Stromversorgung zur Verfügung gestellt. Das beseitigte nicht die Zweifel der Mengeder.

Kock erklärte, nach seinen Erfahrungen mit nur einer Versorgungsstation im Hansemannpark werde die Kapazität kaum für Veranstaltungen wie das Mengeder Lichterfest ausreichen.

Wie berichtet, war im März dieses Jahres noch nicht klar, wie es mit dem Mengeder Ferienspaß, der seit Jahrzehnten im Volksgarten stattgefunden hat, weitergeht. Als im Juli bekannt wurde, dass die beliebte Ferienveranstaltung keinen Platz mehr am Eckei haben, sondern „in der Nähe“ untergebracht würde, zeigten sich die Bezirksvertreter zumeist schockiert. SPD-Fraktionssprecherin Gudrun Feldmann sagte damals „Das trifft mich wie ein Paukenschlag.“ Inzwischen ist bekannt, dass der Ferienspaß zur Waltroper Straße umziehen wird. Der neue Standort wird nicht mit Begeisterung aufgenommen.

Verwaltung von Politik und Bürgern kritisiert

Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch kommentierte das Vorgehen so: „Ich verstehe nicht, dass eine bestehende Infrastruktur zerstört wird, um Jahre später wieder eingerichtet zu werden.“ Den von Locker prognostizierten Termin 2019 zogen Vertreter aller Fraktionen in Zweifel: „Wenn wir Pech haben, kann das Ganze bis 2020 oder 2021 dauern.“

Josef Toth, Geschäftsführer des im Volksgarten beheimateten Fußballvereins 08/20 , beklagte wenig kooperatives Verhalten und fehlende Information seitens der Verwaltung. „Wir wissen nicht, was wir unseren Mitgliedern sagen sollen.“ Zu den Parkplätzen sei nichts zu erfahren; wie es mit den unzulänglichen Umkleideräumen bzw. nicht ausreichenden Toiletten weitergehe, wisse niemand. „Wir sind als Verein seit über 100 Jahren im Volksgarten,“ so Toth, aber trotz Verbundenheit könne 08/20 nicht alles allein stemmen. Er beklagte, dass ihnen nur sechs Schlüssel für die eigene Anlage zur Verfügung ständen – bei 400 Mitgliedern.

Der Bezirksbürgermeister gab Petra Locker mit auf den Weg, möglichst bald ein umfassendes, detailliertes Konzept vorzulegen, ohne strittige und noch offene Fragen auszuklammern, z. B. die dringend notwendige und seit langem geforderte Bushaltestelle.

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